zehntes Capitel. 617
und in einer immerwährenden Gewissensangst. Ei-nige gerathen in die fallende Sucht, und durch die-se in einen ganz thierischen Zustand, wovon HerrTissot ein fürchterliches Beyspiel gesehen und be-schrieben.
Ich habe viele der angeführten Zufälle auch be-merket. Ein Offtcier von drey und zwanzig Jah-ren war vermittelst der Selbstbefleckung epileptischgeworden. So oft er des Nachts nur eine Pollu-tion hatte, ward er unmittelbar von der fallendenSucht überraschet. Ebendas wiederfuhr ihm wenner sich befleckte, und meiner dringenden Vorstellun-gen ohngcachtet wiederfuhr es oft. Er hatte amEnde des Anfalles heftige Schmerzen um die Len-den und oben an dem Sitz. Ich konnte ihn dochendlich der Selbstbefleckung eine Zeitlang überdrüs-sig machen, ich befrcyte ihn auch von den Pollutio-nen , und ich hoste ihn sogar von der fallenden Suchtzu befreyen, die völlig ausblieb. Er hatte wiederLust zum essen, er erlangte gänzlich seine Kräfte undden Schlaf, fein Gesicht ward munter und er be-kam eine sehr schöne Farbe, da er doch bey meinemersten Besuche wie ein Aas ausgesehen. Nachdemalles auf diese Weife eine geraume Zeit gut gegan-gen , ficng dieser unglückselige Mensch wieder an sichzu beflecken und die fallende Sucht erfolgte auf jedeBefleckung. Endlich ward er auf den Strassen mitdieser leidigen Krankheit überfallen, und eines Mor-gens fand man ihn in feinem Zimmer von dem Ber-te heruntergestürzet, und todt in feinem Blute lie-