zehntes Capitel. 6;;
Hang zur Melancolie und andere Zeichen eine-schwachen Nervensystems verrathen/ gebahr ihr er«stes Kind/ das aber sehr schwach zur Welt kam / undnach wenigen Stunden starb. Während der Ge-burtsarbeit ward sie von der Hebamme unter dembeständigen Verweist/ ob sie dann eine Mörderinan ihrem Kinde werden wolle/ zur Geburtsarbeitangestrengt. Diese von der Hebamme erzwungeneUeberarbeitung erweckte ihr Convulsionen/ die nachder Entbindung sehr überhand nahmen / und Ver-wirrungen des Kopfes. Die Geburtsreinigung warden ersten Tag sparsam/ den zweyten blieb sie ganzweg. Die meiste Zeit war der Kopf verwirrt/ derPuls geschwind und stark und ein heftiger Schweisvorhanden/ der Harn gieng ohne Schmerzen ab.Nach dem dritten Tag hatte sie eine ruhige Nacht,doch inimer einen geschwinden und starken Puls,auch einen grossen Durst/ die Geburtsreinigung zeigtesich ein wenig/ die Kranke war aufgeweckt den»sonst hatte sie bishieher in ihren vernünftigen Augen«blicken immer bejammert/ daß sie die Mörderin ih-res Kindes sey. Nach dem vierten Tage hatte sieeine unruhige Nacht mit einem starken krampfichtenSchmerz in dem Unterbauche, der Puls war gleich,der Harn weiß, die Reinigung äusserte sich durchsehr geringe Merkmale. Sie schien sich besser zubefinden, der Puls ward weich, der Schweis nahmab, der Schlaf ward ruhig, aber allmählig sanksie in eine tiefe Melancolie, welche den eilften Tagnach einer sehr bangen Nacht ausserordentlieh über-