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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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715
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s Buch,

doch ein ewiges Hochzeitlich singen macht. Sie er-frechet sich sogar hinzuzusetzen, die Ergctzlichkeitenmeiner Seele hemmte die Kraft des Geistes , sietrachteten sich ins äussere zu crgiessen , und in denuntern Theil, aber der Geist schickte alles wiederanfwcrts.

Nun reiben diese geistlichen Bnlschaftcn den Kör-per so sehr auf als die leiblichen. In sehr vielenvon mir durchstudierten Leben der mystischen Heili-gen habe ich wahrgenommen , daß sie alle im höch-sten Grade hypochondrisch, hysterisch, zuweilen starr-süchtig, und oft wahnwitzig wurden. Ein blosserPhilosoph macht solche Beobachtungen nicht , weiler solche Schriften nicht liest. Aber ich sah daßich auch als Arzt vieles hierbcy lernen konnte, unddarum las ich sie mit Vergnügen, indes da einigePhilosophen mich wegen dieser und andern Ursachenfür einen Schwärmer hielte», und einige Schein-heilige und Narren wegen meinem Hasse allerSchwärmerey für einen Freygeist.

Die heftigsten Ausflüsse dieses traurigen GemüthS-zustandcs äussern die deutlichsten Merkmale ihrerkörperlichen Ursachen, und hinwieder der körperli-chen Wirkungen dieser Ausflüsse, Ich lese von derheiligen Catharina von Siena, sielen in ihrem Le-ben todt gewesen , ihr Geist sey schon in den Him.mel eingegangen, und doch nach vier Stunden wie-der in den Leib zurückgekommen ; sie lag in einerOhnmacht, und ihre Einbildung that das übrige.Die Schwester des berühmten Bischofs Hüct war