vierzehntes Capitel. ?;i
vulsioncn tödet. Daher haben sie auch um so vieleher die Pocken, obscho» sie diese Ursache nicht alleinwinkt, und man sie auch aus vielen andern beson,dcrn und allgemeinen Ursachen haben kann.
Die Jünglinge sind zu den heftigsten Krankhei,ten geneigt, weil sie wegen dem Anfang ihrerStärke, der daher entstehenden grösser» Triebkraft,und daraus folgenden grösser« Bewegungen desnunmehr auch anwachsenden Blutes, und dem aus,gcbrcitctern Kreise der Leidenschaften, alles mitHeftigkeit verrichten, und in allem zu weit gehen.Alles wird izt in ihnen auf einmal entwickelt, allesdruckt und überstürzet mit der gleichen Schnelligkeit,viele zum Laster, einige zur Tugend. Die Krank»heilen der Jünglinge sind darum sehr oft, wie ihreLaster und auch sogar wie ihre Tugend, unauf.haltsam.
Mit dem männlichen Alter wächst die Stärke,wenn man in der Jugend für seine Gesundheit ge,sorgt hat. Aber dafür wachen die wenigsten, unddarum fühlt man oft in diesem Alter erst die Fehlerder sorglosen Jugend. Man ist zwar vernünftiger,aber eben darum unglücklicher weise weniger zurFreude geneigt. Am liebsten kommt in diesem Al-ter die Hypochondrie mit ihren Schrecknissen heran.Izt wird der schwermüthige und grübelnde Theilder Seele in uns mächtig; izt ruft man aus, derTag des Todes ist besser als der Tag der Geburt;izt lobt man die Thracier daß sie weinten wenn einKind geboren ward, daß sie Festine und Lnstbarkei,