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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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749
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7^6 viertes Luch,

Wahl des gemeinen Wassers sich bezeigen, und da-raus wirklich einen Gegenstand der sinnlichen Wol-lust machen. Man wird mir zwar einwerfen, esgebe auch Negern in den Autilltschcn Inseln, wel-che die Fußstapfcn eines Franzosen durch den Ge-ruch unterscheiden.. Aber nicht alle Negern sinddumm, denn einige sind bekanntlich sehr geistreich,und zudem laßt sich die Ursach dieses feinern Geruchssehr wohl aus demjenigen erklären, was ich in demsechsten Capitel von der Kraft einer sehr einfachenDiät sage; denn man hat bemerket daß die Negerndiese Feinheit des Geruches verlieren, sobald manihre Speisen abändert. Rousseau nennt mit Rechtden Geruch das sinnliche Werkzeug der Einbildungs-kraft, weil er den Nerven einen höher» Schwunggiebt, das Hirn in Bewegung bringt, für denAugenblick das Temperament zwar ermuntert, aberin die Länge erschöpft, und auch in der Lrebe zim,lich bekannte Wirkungen haben sollDiesemnl einer feinern Nase und also mit einemempsindlichern Temperamente begabte und geplagteLeute haben auch einen gefühlvollen Magen. Ausdieser Ursache werden Leute von Ge»st nach eineranzulangen Mahlzeit dumm, weil sie da schonwirklich Schmerzen empfinden wo ein ehrlicherBauchpfaff lauter Vergnügen fühlt, und weit dasworan dieser sich belustiget Leute von Geist in einerFuhllosigkeit läßt, die von dem Schmerze eben soweit absteht als von, Vergnügen. Daher ist derje-nige mchrentheils betrogen, der aufgeklärte Köpfe

zu