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Grundliche und Schrifft-mässige Abhandlung des VIII. XI. und XII. Capitels der Epistel St. Pauli an die Römer / wie selbige in offentlichen Predigten vorgetragen, und nun auf Begehren dem Druck übergeben worden durch Johann Heinrich Friess, Pfarrer der Kirch bey St. Peter
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422 Die Neun und Vierzigste Predigt

auf die Güte Gottes, der da reich ist an inniglicher Anmurhung und»2« ;rn. ein Erbarmer, und die Sctnigen nicht laßt über vermögen versuchewerden, sondern mit der Versuchung einen Außgang verschaffet,r.Cor.i«: sie es ertragen mögen. Wann die Welt-Menschen eine Forchk be-

greifst, so sehen sie sich um um allerhand unerlaubte Mittel, dadurch sie sichftlber helffen wollen: Sie setzen ihre Hoffnung auf den und Visen grossenPatronen, der so vil als ihr ven- i'ueeiariz oder Gchutz-Gocc seyn sol.Aber Kinder Gottes setzen ihre Hoffnung und Vertrauen auf den all-P,'i»i:r. mächtigen Gott, der den Himmel und die Erden gemachec hat: Aufden allein weisen Gott, der an Rath nie außkommt, den Seinigen zuhelf-fen: Auf den barmheryigen Gott , der die Seinigen nicht wil lassen,Hedr.i,:?. und sie gar nicht verlassen: Und die Schrifft preiset sie deßwegen selig:

Dann wohl dem Menschen, der auf den Herren vertrauet, und des-2 ».';:;. sen Hoffnung der Herr ist. Die aus den Herren hoffen, sind wie der?t's.l'5.l. Berg Zion, vernicht entwegt wird, und der ewiglich bleibet. Siehoffen auf einen solchen Herren, der den Seinigen ntemahlen fehlet: Dersie in seinem Wort seiner Treu und unveränderlichen Liebe so vilfaltig ver-sicheret, und zu dem sie die Zuversicht haben können, daß weder Tod nochLeben, weder Engel, nochFürstenchum, noch Gewalt, weder Ge-genwärtiges noch Zukönffriges: Weder Höhe, noch Tieffe, nochkeine andere Creatur uns scheiden möge von der Liebe Gottes,dieda ist in Christo Iesu unserem Herren. Wie der Apostel uns hievon be-richtet in den E. A. vorgelesenen und wtderholleten Texts - Worten. Sel-bige haben wir letsthin eingetheilet in nachfolgende zwey Puncten.HntbMng. i. Stellet der Apostel vor die Beständigkeit der Gläubigenmallen vorfallenden Begebenheiten.

H. Zeiget er: Wie er dessen in seinem Sinn so völlig versiche-ret seye.

Auß dem ersten Puncten haben wir allbereit insgemein betrachtet, Wiedie Liebe Gottes gegen den Gläubigen so unwanckelbar, so daß gar nichtsdie Gläubigen scheiden möge. Jnsbesonder, daß solches nicht thun könneweder der Tod noch das Leben, weder Engel, noch Lürstenl hum,noch Gewalt. Übrig ist, daß wir fortschreiten zu den übrigen, von demApostel specisicierten Stucken, und dann betrachten des Apostels völligeSicherheit, die er von disem allem gehabt.

. Unter den zu ernähren uns noch übergeblibenen Stucken ist das vorder-ste, das Gegenwärtige und das Zukönfftige. Durch das Gegenwär-tige verstehet der Apostel das Übel, so uns setz würcklich stucket; Durch

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