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Grundliche und Schrifft-mässige Abhandlung des VIII. XI. und XII. Capitels der Epistel St. Pauli an die Römer / wie selbige in offentlichen Predigten vorgetragen, und nun auf Begehren dem Druck übergeben worden durch Johann Heinrich Friess, Pfarrer der Kirch bey St. Peter
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417
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Zu,ignung.

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4o6 _ Die Neun und Viertzigste Predigt f

Es war gewutz , das die Gläubigen nichts von der Liebe Gotteswerde scheiden,Weil der Geist Gottes Zeugnuß gab ihrem Geist,daßsie Lander Gottes seyen. (v. i6.) und ihnen in ihren Schwachheitenmitaufhelffe,(v.26.)sodüßsievondcnselbigen nicht überwunden werden.Es war gewüß, weil er wußte, daß Gott die, die er vorhin fürgesehen,auch wolle herrlich machen, (y. 29,ZQ.) Es wargewüß, weil der starckeGott, wider den niemand etwas vermag, für sie war. (v.z i.) ES warge-wüß, weil er wußte, daß der, so seinem eigenenGohn nicht verschonet,sonder denselben für dieAußerwehlren alle dahin gegeben, auch mitdemselbigen ihnen alles, hiemit auch die Beständigkeit in dem Glauben,wolle schencken. (v. Z 2.) Es war gewüß, weil Jesus, der für die Gläu-bigen, ihnen die Seligkeit zuerwerben, gestorben, auch widerum aufer-standen, und zur Rechten Gottes sitze, sie zu verrretten, (v. ZZ,Z4.)oder für sie zu bitten, daß ihr Glaub nicht abnemme. Wer wolle,wanner diese Gründ alle, und einen jeden insbesonder bey sich selbsten erwiget,nicht mit demApostel sicher schließen,daß dieGläubigen überall nichts vonder Liebe Gottes in Christo Jesu werde scheiden mögen.

Urtheilet auß diesem, meine Geliebte, ob nicht die Lehr der RömischenKirch, welche aufdem Conciliozu Trientihre Bann-Strahlen außgeschos-sen wider die, so lehren, daß einAußerwehlter seiner Seligkeit hie in Zeitvergewüfferet seyn könne, selbige nicht so vast wider uns, als aber widerden Apostel selbst außgeschoffen haben , der diese Lehr hie so überzeu-gend treibt, sagende: Ich bin gewüß beredet , daß weder Todnoch Leben, weder Engel, noch Fücstenchum ,? noch Gewalt,weder Gegenwärtiges, noch Zukonfftiges: weder Höhe, nochTreffe, noch keine andere Creatur uns scheiden möge von derLiebe Gottes, die da ist in Christo Jesu unserem Herren. Wiewüffen (nicht Wir wchnen) daß, wann das irrdische Hause unsererHütten wird aufgelößt , wir einen Bau auß Gott haben , emHauß nicht gemacher von Handen, sondern das ewig ist in den Hun-ten. Umsonst ist es, wann sie dagegen einwetffen die Wort des weisen Sa-lomons: Der Mensch erkenne nicht weder Liebe noch Haß auß al-lem dem, das er vor ihm habe: Dann, Wie er es habe wollen verstan-den haben, zeigen grad die folgende Wort: Dann was einem begegnet,das kan einem jeden begegnen: Dem Gerechten, wie dem Gottlo-sen. Erwtl einfältigftgen: Auß den äußerlichen Begebenheiten, zeitli-chem Glück oder Unglück lasse sich nicht schlössen, ob einer bey GortinGna-den oder Ungnaden : Ob er, wte Iacob von ihme geliebet, oder wieEsau von ihme gehastet werde. Zum Exempel: Einer hat Ehr, Reich-