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Grundliche und Schrifft-mässige Abhandlung des VIII. XI. und XII. Capitels der Epistel St. Pauli an die Römer / wie selbige in offentlichen Predigten vorgetragen, und nun auf Begehren dem Druck übergeben worden durch Johann Heinrich Friess, Pfarrer der Kirch bey St. Peter
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4l§_ Die Erste Predigt, _

Ps 6 ;:r. das Rauschen seiner Wellen, das Toben der Völckeren, der kan auchstillen die Ungestüme der, sich wider Gott erhebenden Gedancken , undselbige unter die Gehorsame des Geistes verpflichten, so daß in der Seeleneine Stille wird. Ja er kan es nicht nur, sondern erwil es auch thun. Er. Wil seine Horcht in der Gläubigen Hertz geben, daß sie nicht von ihme

2« )-:*-> abtrünnig werden sollen.

Lasset euch das ein hertzllcher Trost seyn ihr, die ihr des Herren Volckftyt. Gott verstossetsein Volck nicht, welches er zuvor fürgesehenhat. Es machet euch osst angst und bang, wann ihr gedencket an das, vonGen 6 .-;. Natur böse Dichten und Trachten des menschlichen Hertzens. Ihrsorget, ihr möchtet von euerem Gott hinten abfallen: Das ReiterenIes;s:r;. des Gatans, die Versuchungen zur Sünd möchten so ftarck bey euch über-hand nemmen daß ihr dardurch,als durch einen feindlichenWasser-Strohmmöchtet hingerissen werden: Aber glaubet mir, es ist getreu der euch».Ldeff.stärcken, und vor dem Bösen bewahren wil. Der das Hertz desLönigs in seiner Hände hak, und es wie ein Wasser,Bach leitet, wo-Pro».-,:., hin erwil, der hat auch euer Hertz in seiner Hand, und wohin solte er esleiten, als zur Forcht seines Nammens, so daß ihr herein gehen sollet ing)s.7>:is. derRraffc des Herren : Hassen allen, ja allen falschen weg, Widerdie Sünd und den Satan so lang kämpfen einen guten Lampf, biß daßihr in allem werdet weit überwinden durch den , der euch geliebekAmhat. Ihr werdet offt, wann die Hände des Herren schwehr auf euch,^und er stehet sehr» hindan, und sich verbieget zur Zeit der Noth , sehrkleinmüthig, und gedencket mit David: Ihr seyt von des Herren Augen»s-r l.'-r. Versessen: Aber höret, was der Apostel sagt: Gott verflösset seinVolck nicht, das er zuvor fürgesehen hat: Und der grosse Gott selbersagt: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mikgrosserBarmhertzigkeit wil ich dich samten: Ich habe eine kleineZeit, als ich zornig war,mein Angesicht vor dir verborgen,aber mitIes 54-7,r. ewiger Güte wird ich dich begnaden, stwicht der Herr dein Erlöser.

Das aber sol darum euch, die ihr des Herren Volck seyt, nicht sorglosmachen: Vilmehr sehet zu, daß weil ihr dise Verheißung habet, ihr euch2ud.v.»i. auch selbst in der Liebe Gottes bewahret, damit ihr aufden TagChristi lauter und unanstössig seyet, erfüllet mit Früchten der Ge-rechtigkeit, dre durch Jesum Christum sind, zur Ehr und Lob Got-»Wpp.lr tes. Wir wüssen, sagt Johannes, daß einjeder, der auß Gottgeboh-*' '' ren ist,nicht sündiget sonder wer auß Gott gedohren ist, derbewah-i.2vb;'l« ret sich selber, und der Böse berühret ihne nicht. WlkbeschließeN bist' ' Predigt mit dem Wunsch des Apostels Judä : Dem aber, der da mächtig

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