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Grundliche und Schrifft-mässige Abhandlung des VIII. XI. und XII. Capitels der Epistel St. Pauli an die Römer / wie selbige in offentlichen Predigten vorgetragen, und nun auf Begehren dem Druck übergeben worden durch Johann Heinrich Friess, Pfarrer der Kirch bey St. Peter
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476
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_ Aeber Römer XI. v. ir,x2. _4§5

xere vor den Augen der Heiden, daß ich ihr Gort wäre,ich derHerr: r«,

So lautet die tröstliche Verheißung, die der Herr seinem alten Volck durchMsftn gethan hat. In derfelbigm verspricht er, daß er mit ferner GnadMd Liebe von den Jsraeliten, als seinem verbündeten Volck mit deme erallbereilals er ihre Hände ergriffen, sie auß Egrpten zuführen, sei--«en Gnaden-Bund aufgerichtet, nicht weichen wolle. In dem Zorn wolleer eingedenck seyn seiner Barmherzigkeit , und ob er sie gleich straffeund züchtige, und also ihre Sünden heimsuche mit Ruthen, und ihreMissethat mit Streichen, so wolle er doch seine Gnade nicht von ih-nen wenden, noch seine Barmherzigkeit nicht lassen fehlen. Er wolleseinen Bund nicht entheiligen, und was auß seinem Mund gegan-gen,änderen : Dann er seye der Herr ihr Gort, der sich nicht ver-ändere, sondern den Eyd und Bund steiff halte , den er ihren Vät-reren, dem Abraham, Ifac und Jacob geschwohren habe. Ist alsoLiese Verheißung eben dtejennige, die er bey dem Propheten Jeremia ge-than hat: Förchte dich nicht, o mein Lnecht Jacob, spricht derHerr : Dann ich bin bey dir, und wrl es mit allen Volleren, unterwelche ich dich zerstreuet habe, außmachen: Aber dich wil ich nichtaußmachen , sondern züchtigen: Doch mit Maaß: Ich wrl dichaber nicht gar für unschuldig halten.

Der selige Apostel Paulus zeiget uns in unserer vorhabenden Texts-Materj, wie der Herr die Juden, als sein altes Volck nicht gar habewollen verwerffen, oder emen solchen Unlust ab ihnen haben wollen,daß er sie gar verwerffe. Eingangs unsers Cap itels hat er die Frag er-örteret: Ob dann Gott sein volck ganylich verstoßen habe? Undes mit underschtdrnltchen Gründen verneinet, und dargethan, daß der Ju-den Verstossung nicht durchgehend und allgemein seye. Jetzt in den E. A.vorgelesenen Worten biß auf den rz.Vers unsers Capitels beweiset er auch,dass selbige nicht allezeie währen werde, oder daß Gott die, so angestoßenund verhärtet sind, nicht allezeit verwerffen, und in ihrer Verhärtung ste-cken laßen, sondern sie wwerum zu Gnaden annemmen wolle. Gewüßlicheme nachdenckliche Materj, die wir nun und in das könfflige gegenE. A.verhandle» wolllN.

Was die E A. dißmahl vorgelesenen Texts-Wort belanget, können wirdabey unverschetden nachfolgende zwey Puncten.

I. Kommt uns vor die Frag des Apostels. smthrilm«

n Seine hierüber gegebene Antwort.

Die Fragt et Apostels lauter: So sage ich nun: Haben sie darum ir-ri«.angestossm, daß sie fallen selten? V>l ja der gröste Theil der Juden,

Nn» Wie