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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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Vordericht.

liches Gemüth nicht irre machen , wenn es steht,daß die Quelle des Uebels keineswegs verstopfet ist.Ich will mich dürre erklären : Daß wir nun einenPapst haben, der aus einem Kloster gezogen wor-den, ist ein Umstand, welcher keinen edeldenkendmMann hindern soll, das wahre Wohlseyn des ge-meinen Wesens zu beherzigen, und nach Vermögenzu befördern. Leuthe, welche' immer aus Racheoder Parteygeist, aus Eigensinn, Laune, oder eite-ler Ehre schreiben, mögen freylich itzt die Feder nie-derlegen: Männer hingegen, denen ein ächter Ei-fer , und nicht die Leidenschaft den Mund öffnet,behalten, als Bürger, ihr Recht, Vorschläge fürdas Beste des Vaterlands zu thun; und ihre Frey-müthigkeit beweist eben ihren Patriotismus. Ichdarf mich , mit reinem Herzen , und vor GottesAugen unter diese letztern zahlen. Also verwunderesich niemand weiter über meine Kühnheit. Er se-he, und prüfst: Ob das, was ich sage, gut oderschädlich, vernünftig oder thörigt, thunlich oder un-möglich sey ? Findet man es möglich, solches ins Merkzu richten, so radle man meinen Eifer nicht. Findtman hingegen viel oder wenig daran auszusetzen,so verbessere man das Fehlerhafte, und schlage taug-lichere Mittel vor. Man ergänze den Mangel mer,ner begranzten Einsicht; nur helffe man dem Va-terland, und lasse, ich wiederhole es, meine unge-fälschte Absicht unangetastet. Gelehrte und unpar-thcyische Männer, haben bey der ersten Ausgabedieses Werkes, wo nicht alles, doch das meiste ge-