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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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rissen zn werden. Dieses sind die Klöster beyder,!ey Geschlechts, reiche und arme, fürstliche Gestif-tet oder Bettelnester. Denn so gering sind die Vor-theile , welche die Gesellschaft von ihnen zieht, daßsolche von den Weltgestilichen durchaus ersetzt wer-den können: Hingegen ist der Schabe, den sie an-richten, unersetzlich. Also würden die Fürsten zu-gleich die schwärzeste Ungerechtigkeit gegen ihre Un,Lerthanen, und die größte Thorheit gegen sich selbst-egehen , wenn sie die Klöster ferner dulden sollten.

Aber, auf welche Weise solche ausrotten? Esgiebt zweyerley Wege. Führen sie ein üppiges, aus-gelassenes Leben: Gestattet ihnen nur alle Freyheit;bestellt ryum Aufseher, welche ihre Unzucht, ihreEhebrüche, ihre Ungerechtigkeit, Verräthereyen,Lurz alle ihre gottesvergeffmen Streiche aufdecken;Laßt sie öffentlich darüber anklagen, auf der Thatertappen, und zum Fingerzeig des Volkes machen.Dieses wird schon Rache über sie rufen: Alsdannstraffet, verbannet sie aus euern Staaten, zerstö-ret ihre Wohnsitze, und wendet derselben Einkünftezu milden dem Volk gefälligen Stiftungen an. --Betragen sich andere Klosterleuthe dagegen, wenig-stens dem Scheine nach, fromm und eingezogen,so befödert ihre Zucht; zwingt sie nach den ersteneinfältigen Regeln ihrer Stiftung zu leben; aberbeharret fest daraus. Diejenigen unter ihnen, wel-che, aus Hochmuth oder Trägheit, alle Handar-beit verabscheuen, und nur täglich ihre Messe lesenwollen, werden von selbst aus dem Kloster gehen;