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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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machen dann eine Wallfahrt zu den Gebeinen Lh,res H. Fürsprechs; lassen ihm zu Ehrm Messen le-sen; legen den Opftrpfenning auf fein Altar / feyernseinen GeLächtnißtag; beichten und communiciren,alles ihm zu liebe: Alsdann bekümmern sie sichweiter um nichts, und glauben steif, ihr verklär-ter Freund werde sie von aller Verantwortung ret-ten , in dieser und in jener Welt.

Wenn ein dummer und schaamlofer Pfaffe aufdiese Stelle stößt , so wird er, ich höre es schonzum voraus, ganz tröstlich und jubilirend, ausruf-st«: Da haben wir den Betrüger, den Verleum-der , den Bösewicht in seinem eignen Garn gefan-gen nnd überwteftn: Er möchte uns aufbürden,was die Kirche einmüthig verdammet; er sprichtgvie ein rechter Lutheraner und Calviniste; wirft-Mit Scheltworten um sich, und spottet unsers Glau-»bens, ohne die Dogmen desselben zu kennen.» Sach-te, fachte, lieber Bruder Timothens! Es ist hiernicht um unsre Religion, oder um die Glaubens-lehren der römischen Kirche zu thun: Ich bin im-mer so ein guter catholilcher Christ als du: Son,deru allein von den Mßdräuchm ist die Rede, diesich in unser Welschland eingeschlichen haben, undleyder unter uns überall gemein sind; von unsernGewohnheiten und Sitten; von unsrer ganzen Artzu denken und zu handeln, red ich.

Also wiederhole ich es, daß wir andern Jtaliä-rrern einmal mehr aus unserm Heiligen als ausunstru: Herr-Gott selber machen. Und das schlimmste