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det sie, daß die ärgerlichen Lebensbeschreibungender HH. Antonio, Vincenz Ferrerio, Domemco,Francisco , Giacomo von Gallizien, Hieronimsvon Corltone und Consorten, bald in allen Häusernstecken? Warum sieht sie zu, daß alle diese tolleMärchen erzählt, in Schriften ausgebreitet, an dieKirchenthüren und Säulen angeklebt, und unterdie Bilder der H. Mutter von Loretto, vom Dorn-büsche und St. Lucas, der HH. Domemco vonSuriano, Orestes, Veromca, Christophe!, undtausend andrer solcher Helden gedruckt werden?Der einige Grund dieses Beyfalls der Clerifey,jft und bleibt also der : Daß diese Heiligen-fresserey ihr das Gold, Geld, Juwelen, kurz dieHaab und Gut aller Dummköpfe auf der Welt indie Fiecke jagt. Der Eifer der guten Leuthe mahntmich allemal an den Bruder Timotheus in derMendragora des Machiavells, der sich also ver-lauten läßt: „Da ich diese Nacht kein Aug schlies-„sen konnte, suchte ich mir die Zeit auf allerley„Weise zu vertreiben. Ich betete meine Mette,„las das Leben eines Heiligen; gieng in eine Kir-sche; zündele dort die verloschene Lampe an, und„hängte dem wunderthättgen Mareyenbilde einen„andern Schleyer um. Wie oft hab ich es diesem„und jenem Frater gesagt, die L. Frau doch sauber„zu halten; da sie sich beklagen, daß die Zahl der„Gläubigen immer abnimmt. Ich erinnere mich„noch wol, wie ;so. Gelübdtäfelm da hiengen; itzt„sind ihrer kaum 20. — Daran sind wir allem