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gen; denn je weniger man arbeitet/ desto höhersteigen alle Preise und Arbeitslöhne; und je mehr eskostet/ Gestnd und Knechte in den Feyertagen zu er-nähren / desto kostbarer kömmt das Produckt ihrerArbeit an den übrigen zu stehn. Endlich find dieFesttage die vornehmste Quelle der zügellosen Sit-ten des Pöbels. Denn an allen denen Tagen/ daer nichts zu arbeiten hat/ hängt er der Befriedi-gung von Leidenschaften nach/ die ihm und andernum so viel schädlicher werden, da weder Vernunftnoch Erziehung solche leiten und in etwelche» Schran-ken halten.
So wird auch ein klmzer Landesherr die Wall-fahrten anfalle Weise zu verhindern trachten; dasolche gedoppelt schädlich sind/ durch die Zeitver-säumniß / und durch die Kosten die man darauf ver-wenden muß. Es lassen sich hier verschiedene Mit-tel ausdenken/ die man nach den verschiedenen Um-standen eines Lands/ oder nach dem mehrern odermindern Hange seiner Einwohner für diese Art vonAberglauben/ wählen muß. Eines aber kenn ich,welches vorzüglich wirksam ist: Daß nämlich allederlep Einkünfte eines Heiligen/ abseile des Staatszu einem ganz andern Gebrauch angewendt werdenals seine Kirche auszuschmücken / und die Dienerderselben zu bereichern; weil man immer zum vor-aus setzen muß, daß jene mit aller Nothdnrft undschicklichen Zierde versehen / diese aber hinreichendund ehrenhaft versorgt seyn. So könnte z. B- dieseLosung der Heiligen zur Unterstützung der Armen,E