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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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136
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unächten Minnem gezogenes Geld hingegen, ieneLosungen des Betrugs, des Aberglaubens und Gei-zes, laufen am End auf nichts heraus, und brin-gen einem Gemeinen Wesen, durch das Verderbenseiner Glieder, den Untergang. England undHolland auf der einten, Spanien und der Kirchen-staat auf der andern Seite, können zu rührendenThatbeweisen der Wahrheit dieses Satzes dienen.

Indessen sind es eben Künste und Manufakturennicht allein, welche einen Staat reich und glück-lich machen können: Der Vortheil den sie brin-gen , ist dem Scheine nach allemal schön und groß,in der That aber, ohne eine state Rücksicht auf dasfchonbenannte Bedürfniß vom ersten Range, nichtdauerhaft. Sie können partieularen, und zuletzteine einzele Stadt leicht ins Aufnehmen bringen;aber die Nation, das Volk, dieses größte würdigsteAugenmerk des Gesetzgebers, erhält dadurch wenigTrost. Darum sey E. Heiligkeit vornehmsteSorge und erstes Geschäft immer dieses, den Feld-bau in Ihren Staaten in Aufnahm zu bringen,und darinn zu erhalten. Ihre Gebiete, von denschönsten und ausgebreitetsteu Ebenen bedeckt, er-warten nur arbeitende Hände. Der nämliche Bo-den, welcher ehemals so viel Familien, alö heutzu Tag Personen nährte, wird uns aufs neuespeisen, wenn er nur besäet und gepflüget wird:Und die Triften , welche einst unzäligen Menschenihren Unterhalt gaben, stillen itzt nur darum küm-merlich den Hunger weniger Haushaltungen, weil