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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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die Rechtsgelahrtheit zu behandeln, kennen sollte,und daß man noch itzt von keiner Jurisprudenznichts wissen will als von derjenigen welche in denrömischen Gesetzbüchern enthalten ist? Ueberhauptzu reden, haben die in Melschland neu vorgenob-nienen Verbesserungen diese zwey Hauptmängel:Einmal daß solche keine richtige Bahn für Leh.rende und Lernende vorschreiben; und zweytens,daß gerade für die gemeinnützigsten Kenntnisse nurkeine Cathedern vorhanden sind; so daß man glau-ben sollte, die wahre Weisheit des Menschen be.stühnde in dem vollständigen Besitze der ärgstenSchulfuchserey. Und was mir am unbegreiflichstenbey diesem Irrthum vorkömmt, ist dieses, daß nie-mand die Augen öffnen, die Anstalten unsrer Nach-barn zur Hand nehmen, und zuletzt solche nur co-piren will. Nicht, daß diese fremden Einrichtungennntadelhaft und vollständig seyn; die Weisen undGuten unter allen Nationen empfinden, und beten-mn das selber überlaut. Aber mit einer solchenauch nur mittelmässigen Handleitung werden wirdoch nicht die Rindviehe bleiben, die wir bisdahingewesen find. Man verziehe mir die Galle, vonderen Uebcrsinß sich vielleicht auch einige Tropfen indas nächstfolgende Capitel ergossen haben. Hinge-gen hab ich das letzte Hauptstück, welches von derKirchemmmmütat handelt, mit gänzlich kaltem Ge,blut abgefaßt: Dasselbe ist bestimmt < den gemein-schädlichen falschen Wahn zu bestreiten, der noch ins» vielen welschen Gemüthern herrscht, daß den