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zeigen, wie man einen gemässigten Gebrauch davonmachen könne; möchten sie in dem Herzen des Men-schen Lust und Trieb erwecken, alle seine natürlicheNeigungen zum Guten anzuwenden: Sie müßtenbald aus Erfahrung sehen, wie in gar kurzer Zeitein grosser Theil des gegenwärtigen Unwesens ver-schwinden würde. Aber so lange sie ungeschickt undeinfältig genug bleiben, daß sie in allen ihren Schrif-ten und Reden nichts anders thun , als, so frostigund schulfüchsisch wie möglich, darzuthun, welchesdie Sünden seyn die sporrenstreichs zum Teuft! füh.ren; welche dagegen nur das Fegfeuer verdienen;wie viel Unzen, die einer an gewissen Tagen zu vielverschlückt hat , in die Hölle stürzen; in welchenLändern zur Fastenzeit der Butter, Käse, Eyer,u. f f. dem ewigen Heil der Seele schaden, inwelchen hingegen nicht: So lange, Gott weißt ?ö,werden die Menschen das Laster nicht hassen, und dieTugend niemals lieben lernen, die man ihnen nurpon der gehässigen Seite yorstellig macht. Wirklichmüßte alle Welt Stocknarren seyn, wenn sie sichdurch solches Gpiegelgeftchte ihrer Lchrer zum Gu-ten könnte leiten lassen. Oder, woher änderst kömmtes, daß, wenn einer von uns etwas moralisches auseinem Epiktet, Cicero oder Seneka liest, er da,durch dergestalt gerührt wird, daß er, wenigstens füreine gewisse Zeit, aufgelegt bleibt, zu thun was sieals Gut, und zu lassen was sie als Böse vorstellen;da hingegen eine Predigt so wenig rührt, daß derDieb recta aus der Kirche geht um aufs neue zu