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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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256
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ten, in den Kaffeehäusern, auf der Bühne, beydenübrigen öffentlichen Lustbarkeiten riecht alles nacheiner Abschätzigkeit, die nicht ihres gleichen hat.Wo müssen wir aber die Quelle dieser allgemeinen Er-niedrigung suchen? Ohne Zweifel einzig in denelenden Grundsätzen, welche unsern Kindern vonihren Lehrern gegeben werden. Wir kennen aberden Einfluß, welchen eine solche Erziehung sowohlauf diejenigen selber, die sie genossen, und zwar aufihr ganzes Leben, als aber auf andre, behauptenmuß. Die Verwaltung unsrer häuslichen und öf-fentlichen Geschäfte, kurz alles modelt sich nachdiesem verwünschten ttrbilde. Bey dem Anblick einersolch traurigen und schrecklichen Verwüstung unserswerthen Vaterlands, wie ist es möglich, liebsterGiuseppe! seinen Schmerz zu mäßigen und deninbrünstigen Wunsch zu Hinterhalten, daß doch dieFürsten Italiens einmal anfangen möchten, auchin dieser Absicht zu verbessern: Denn leyder ist ih.nen, während der ganzen Zeit ihres gegenwärtigenReformativnseifers nur kein Gedanke aufgestiegen,Hand an dieses allernöthigfte Werk zu legen, ohnewelches das, was sie bisher gethan, so viel alsnichts ist. Ich nehme die einzigen dißfälligen An-stalten des Königes von Neapel aus, die das An-denken dieses Monarchen bey der Nachwelt verewi-gen, und ihn den unsterblichen Medici an die Seitestellen werden, welche die verbannten Wissenschaf-ten wieder für eine Weile in Italien zurückgeruffen:Aber bekanntlich brachten, bey dem Verfall dieses