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fetzt die andern Predigten dieses Mannes, so wer.den Sie zwey Drtttheile der angeführten Stellender Heil. Schrift eben so dumm, oder eben so be-trüglich angewandt finden. Und in diesem Stück ah.wen ihn unsere unwissenden Prediger täglich nach;in allen ihren Predigten führen sie immer eine MengeSchriftstellen so ungereimt, und gegen den Sinn derHeil. Verfasser an, baß jeder, der von der H. Schriftnur ein wenig kennt, nothwendig darüber böse wer.den muß.
In eben dieser Predigt empfiehlt Segnen sei-nen Zuhörern einige Beyspiele zur Nachahmung,welche zwar alle höchst unwürdig und unanständigsind, wo sich aber das, was er vom König Hein-rich H. in Engelland erzählt, besonders anszer'ch-net. Es kam nämlich dieser König einst in dieKirche zu Canterburi, wo Er für den Altar Hinknie.te, und alle Anwesenden um Vergebung seiner Mlsse-thaten bat, „und wo er, sagt Vater Segnert,„freywillig seine Königl. Schultern entblödte, um»in Gegenwart des ganzen Volks, von mehr als»achzig Mönchen, von jedem drey Geiselftreiche zu„empfangen.» In der That ist dieses eine fürtref-Liche Probe von der Sittenlehre unsers grossen Red-ners: Denn seiner Meynung nach ist diese Enteh-rung der Königl. Würde ein Beweis der reinstenBußfertigkeit, nicht eine unsinnige und für das ge-meine Beste höchst schädliche Feyrlichkeit. » O Bey-spiele, deren Andenken ln allen künftigen Jahrhun-derten unsterblich bleiben sollte!» ruft der närrische