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„Erde wand, und ganz rasend schien: Alle Anwe.„sende erschracken, und die Dame würde mehr tod„als lebend nach Hause gebracht» In möglichster„Geschwindigkeit wurden mitten in der Nacht Aerzte„beruffen, Ueberschlage gemacht, Salben gebraucht;„aber alles vergebens. „ Wie wortreich doch derMann ist, wie ängstlich er alle kleinen Umständeanführt; doch vergißt er bey allem dem eine Haupt-sache , die wirksamste Arzney für diese Krankheit,und welche doch gewiß gebraucht worden, ich meynedie Clistiere: Eine wichtige Unterlassungssünde ineiner sonst so genauen Erzählung, welche mir umso viel unbegreiflicher vorkömmt, da ich versichertbin, daß keiner von unsern jetzigen geistlichen Red-nern so etwas ausgelassen haben wurde. „ Es blieb„also, fährt Segneri fort, bey dieser betrübten„Lage der Sachen nichts anders übrig, als sich„an die geistlichen Aerzte zu wenden, zu welchen„doch zuletzt immer alle und selbst diejenigen ihre„Zuflucht nehmen müssen, welche sie sonst verachtet„und verspottet haben. Der Geistliche kömmt: Er„war ein sehr bescheidener Mann (also gewiß kein„Mönch), Er sieng ganz sachte an, der Kranken„von der Beichte zu reden. „ Sicher war es einWeltpriester; denn ein Mönch fangt seine geistlichenVerrichtungen mit wüthen, schreyen und heulen an.„Er ermähnte Sie, die eitele Liebe, die Ansgelaft„senheit und Pracht, um welcher willen Gott sie der-„mal so liebreich heimgesucht hätte, ins künftige„von ganzem Herzen zu verabscheuen. „ Doch Sey-