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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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ihn Segnen zur Nachahmung vor. Ferner habeich bemerkt, daß Er höchst lächerliche und dummeVergleichuugen macht; wenn er in der neunzehnte»Predigt beweisen will, daß Gott sehr leicht zu be-friedigen sey, so thut er es durch folgende Verglei-chung.Stellet Euch einmal vor, ein Schülersage zu seinem Lehrmeister, oder einer der eineRechtssache hat, zn seinem Advokaten, oder einKranker zu seinem Arzt: Herr, ich bin ihr gehor-samer Drener, sicher werde ich Ihnen Folge let-ften , meine Studien nach Ihrer Vorschrift ein-richten , ihren Rath bey meinem Proceß befolgen,ihre Befehle beym Laxieren beobachten; werde»der Lehrmeister, der Advokate, und der Arzt mitdieser Folgsamkeit allein sich befriedigen lassen?Nem, gewiß nicht, sie wollen überdas noch eine»Nutzen für sich, die Bezahlung oder ein Geschenkehaben. Gott allein, ist da zufrieden, wo sonstkein anderer zufrieden seyn wurde Wie gefälltIhnen diese schöne Vergleichung ? Haben Sie jeetwas unvernünftiges von einem Kinde gehört?

Noch habe ich bemerkt, daß die ganze Sitten-lehre noch dem Sinn des Segnen nur in der Aus-übung jener Schwärmereyeu besteht, welche dieMönche, Handlungen der Gottesfurcht und Andachtheisseu; er empfiehlt dieselben als wahre achte Hei-ligkeit, und in ein Kloster zu gehen ist bey Ihmdas sicherste Mittel zur Seligkeit.Ich meiner-seits , sagt Er am Ende der siebenten Predigt,kann Euch keinen bessern Rath geben, als den,