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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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297
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Sprache zu lernen; denn in allen diesen Sprachenfindet man Bücher, die wahre Meisterstücke undein sicheres Gegengift gegen jene Narrenspossen sind,welche uns in unserer ersten Jugend beygebrachtworden. Die französische und englische Sprache sindleicht und in kurzer Zeit zu erlernen; und wenn un-sere Schuren einmal von allem Mönchszeuge gereinigtfind, wird unserer Jugend Zeit genug zur Er-lernung dieser Sprachen übrig bleiben. Die Ur-sache aber, warum ich glaube daß Schüler erstdie Sprachen lernen müssen, ehe Ihnen der Zu-gang in die Collegien für die schönen Wissenschaftengestattet wird, ich weil m m in denselben gute Bey-spiele zur Nachahmung, und dagegen bey den wel-schen Schriftstellern meistens schlechte Beyspiele fin-det. Wenn aber die Kenntniß dieser Sprachen für ^den Schüler nothwendig ist, so ist sie dem Lehrerunentbehrlich. Denn wer keine andere als dielateinische und welsche Sprache kann, wird mei-stens ein Dummkopf oder ein Klosternarre bleiben ,dem man keinen Lehrstnh! vertrauen darf.

Vermittelst eines solchen Unterrichts wird dochWelschtand endlich seinen Geschmack für Puppcn-spiele und Mönchspossen verlieren, und das ist schonein grosser Vortheil, für die Wissenschaften so wohl ^

als für die Sitten: Denn wenn die Lehrer der Na- j

ijon sich von Vorurtheilen, Unwissenheit und fal- j

fchem Geschmack entfernen, so muß dieses nothwen-

dig auf's ganze, und anfalle Handlungen eines Volks, jEinfluß haben; denn diese Handlungen sind Folgen ^