Band 
1840, Januar-Juni.
Entstehung
Seite
10
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Don dieser Zeitschrifterscheint wöchentlicheine Lieferung vonDruckbogen. AlleZusendungen werdenmit der Bezeichnung:„An die Reda»etion desPilote«"unter Adresse derBuchhandlungE. F. Steinackerin Leipzig erdeten.

Allgemeine Revue der einheimischen und ausländischen

Literatur - «ns VEerzustän-e.

Herausgegeben von -erNe-action -es Freihafens.

Msn abonm'rtaufdeaPiloten für den jähr-lichen Pränumera«tionsprciSvonSTHlr.bei allen wohllödl.Postämtern wie in je-der soliden Buchhand-lung. Inserate wer-den gegen Vergütungvon 1 Tr. für die Pc,titzeile aufgenom-men, Beilagen mög-lichst billig berechnet.

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(Ausgegeben im December 1839.)

Verlag von J.F. Hammerich in Alton«. ^ ^ von B. G. Teubncr in Leipzig.

Per Pilot.

^ies Journal wird in wöchentlichen Lieferungen mannigfache Darstellungen von dem Leben der Gegenwart in jeder Art und Form enthalten und sich mitEnergie und Besonnenheit bestreben, die Bewegungen der Zeit einem heilbringenden Ziel entgegensteuern zu helfen.

Die neuesten Völkerzustande, namentlich wie sie mit den Tagesereignissen zusammenhangen, werden in darstellenden, raisonnirenden und berichtenden Ar-tikeln, in Correspondenzen, Stadtebildern und Reisemittheilungen, an der unmittelbaren Quelle geschöpft, zur Anschauung gebracht werden. Das Interesse un-serer Zeit an den Entwickelungen der Völker soll als wahres Lebensinteresse gepflegt und im Sinne der Ordnung und des Rechts gehandhabt werden.

Die lausende Tageöliteratur, die fortarbeitende Wissenschaft, das Reich der Künste und die Gcscllschastswelt in unserer Mitte, werden mit hellen und gerechtenAugen angesehen. mur-LU«»- a welche dazu dienen kann, die Physiognomie heutiger LcbenSzustände zu umzeichnen.

Auf den unterhaltenden Theil des Journals soll eine besondere Sorgfalt verwandt und dasselbe so ausgestattet werden, daß jede Nummer auch der harmlosenLeselust einen würdigen Stoff darbiete, welcher geeignet ist, dem Bedürfniß der Lcctüre, das sooft in ein zerstreutes Umhergrcisen gerath, eine gediegene Richtungzu geben.

Die Redaction ist der Mitwirkung der ausgezeichnetsten deutschen Schriftsteller gewiß, und besitzt in allen Weltgegenden Mitarbeiter, welche aus eigener An-schauung die Tagesereignisse in ihrem Umkreise berichten werden. So hoffen wir, daß es uns gelingen wird, ein vielseitiges Organ des Tages zu gründen, daszu einer höhern und würdigern Entwickelung des deutschen Journalismus das Seinige beitragen soll. Zu dem Freihafen, an welchen er sich als begleitendesBeiblatt anlehnt, wird der Pilot das Verhältniß haben, daß er in einzelnen Zügen das Material der Zeit zusammentragt, welches die Vierteljahrschrist zuübersichtlichen und zusammenfassenden Artikeln verarbeiten soll.

Alton«, im December 1839. I. F. Hammerich.

Leben und Cultur in Oesterreich.

1. Eine österreichische Abtei.

Die Österreichischen Abteien ähneln mit we-nigen Ausnahmen nicht im entferntesten denentarteten Anstalten, denen nicht mit Unrechtder Verfall des Katholicismus im südlichenEuropa zugeschrieben werden kann. Wenn zuEnde des 13. Jahrhunderts der Abt von St.Gallen, wo man im 9. den Aristoteles com-mentirte, mit seinem ganzen Capitel nicht schrei-ben konnte, wenn Einsiedeln im 19. noch fort-fahrt, die Theorie jener Periode von Wunvernund Ablässen zum Besten der schwarzen Mariaund ihrer tonsurirten Diener auszubeuten, soweisen hingegen die Stifter im Kaiserthume nichtnur eine Reihe von Männern und Arbeiten aus,

! die den besten Zeiten der Kongregation St.! Maure Ehre machen würden: sie üben auch^ seit langen Jahren im Fache der Seelsorge! und Jugenderziehung lobenswerthe Thätigkeit.

! Was man auch dagegen eingewendet hat und! noch einwenden mag, daß diese geistlichen Han-den anvertraut werde, so laßt sich doch uichtleugnen, daß würdige Priester den Miethlingenvorzuziehen sind, die als pädagogische Industrie-ritter die Welt überschwemmen. Daß solcheherangebildet, daß nur solche zu dem wichtig-sten aller Geschäfte zugelassen werden, dafürsorge die Regierung, von deren Geist es, wennnicht allein, doch vorzugsweise abhängt, ob undwie der Bessere in den Schulen sich Bahn! breche. Wenn die Sonne aufsteigt, versteckenr sich die lichtscheuen Nachtvogel von selbst in, ihre Schlupfwinkel; man hat nicht weiter nöthig,

sie zu jagen. Wo man aber die Eulen braucht,um allerlei geflügeltes Volk damit zu sangen,dort muß man sie freilich füttern.

Am Abend des zweiten Tages, nachdem ichWien verlassen, befand ich mich auf dem Wege,der in das Thal hinabführt, wo die Abtei **liegt. Die Novembersonne war hinter die Bergegesunken und von unten herauf klänget: dieGlocken und kündigten das auf den folgendenTag fallende Fest an. Ueber der in der spä-ten Jahreszeit noch schönen Landschaft lag Feier-abendruhe; die Bewohner saßen vor ihren Häu-sern und grüßten treuherzig, einzelne zogen,die Weiber mit den Rosenkränzen in der Hand,des Weges in die Kirche, und wiesen mir auf meinBefragen das Gasthaus des Marktfleckens, da ichmich erst am nächsten Morgen den: Prior desStiftes, der -Abt war abwesenv, vorstellen wollte.