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Freundschaftliche
breiten? Dieses fürchterliche Gemählde,mein Freund, ist noch weit von dein wah-ren Uebel entfernt, das wir zu förchtenhätten, wenn wir bestimmt wären, dassel-be würklich zu sehen.
Alles, dessen ich dich durch diese Redeüber eine Materie, die so oft der Stoff un-serer Gesprächen gewesen, gesuchct habe zubereden: ist, daß wenn man heut zu Tageglaubet durch die Gewohnheit übel von derReligion zu sprechen, die Schande einerSprache zu rechtfertigen, der sich unsereVäter geschämt hätten, es unmöglich ist,dieselbe nicht thöricht und närrisch zu fin-den.
Der Begriff Volt der Religion ist allge-mein: Der, der keine hat, ist ein gefähr-licher Mensch, ich würde gern sagen einverächtlicher, er verdienet nicht, daß ihmejemand traue. Hüte dich insonderheit, lie-ber Ariftes, vor dem Umgänge derer, diesich eine Ehre daraus machen: Es würdedeinem Rufe schaden, wenn es schon dei-ner Aufführung nicht nachtheilig wäre.Man ist auf eine gewisse Art vor " die Ge-danken derer, mit denen man lebt, ver-antwortlich.
Es ist von der Welt sechsten ziemlich an-genommen , daß kein ehrlicher Mensch oh-ne Religion seye; diesem ehrlichen Manne
will