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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
Entstehung
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S8 Freundschaftliche

Die andere Ursache, die die Menschenbewogen, sich zu versammle« und zu verei-nigen , ist die gegenseitige Bedürfniß ande-rer Hülfe. Die Boßhaftigkeit, die Un-treue, und die Thorheit einer grossen An-zahl derselben heben ihre Nothwendigkeitnicht auf: Die Menschen, die sich demGlücke anderer am meisten widersetzen, sinddemselben nicht in allem zuwider. Es soll-te erlaubt seyn, sagt man, diejenigen ausder Gesellschaft zu tilgen, die ihr zur Plagesind: wenige kommen in der Boßheit soweit; und es ist noch seltener, daß dieselbeungestraft bleibe. Man kan solche Leutefliehen: und wenn es auch wahr wäre, daßman von denselben würklich leide, so ist esunter die nothwendigen Unglücke zu zählen,die die Welt überschwemmen, und die esklüger ist zu ertragen, als zu bestreiten.

Da die Menge -er Menschen in einemgewissen Verstände unendlich ist, so hatman ihre Verbindungen einschränken müs-sen, und sie in Staaten, in Städte, inHaußhaltungen abgetheilet« Daher kom-men die Namen, Nation, Vaterland, Hauß,die so viele verschiedene Abtheilungen derGesellschaft ausdrücken, uns zu besondernPflichten verbinden, und die allgemeinenPflichten, die wir der Gesellschaft schuldigsind, einschränken,ohne sie aufzuheben.Wenn