Lehren. sr
unseres Lebens/ unser äusserlicher Zustandverhinderen unser Glück. Wir betrtegenuns; alles was ausser uns/ und uns frem-de ist/ würde nichts auf unser Glück ver-mögen; wenn die Leidenschaften/ die in unswohnen/ nicht durch die Gewohnheit mitdem / was ausser uns vorgehet/ verknüpftwären / und uns zu Sclaven desselben mach-ten. Dieser Gedanke/ den man durchNachsinnen ausführen und untersuchen soll/überzeuget mich/ daß / wenn man mit ganzentschlossenem Willen sein Glück suchenwürde/ sehr wenige dasselbe nicht finden wür-den.
Es sind zwey Hindernisse / die man über-winden muß/ und die alle Menschen auf-halten; ein emschloßner Wille/ diesesGlück zu suchen, und die Kenntniß dessel-ben. Man verlanget nur halb/ und dasist es/ was so viele Leute unter ihrenStand erniedriget. Dieses Glück/ daswir so sehr lieben und wünsche»/ hat eingleiches Schicksaal mit allen Sachen un-sers Lebens; man will dasselbe nicht miteinem recht entschlossenen Willen.
Aber wir könnten es aus diese Weise ver-langen, ohne noch glücklich zn seyn: man mußauch wisse«/ was man verlanget/ und die-ses wissen wir nicht. Fraget diese Mengevon Menschen, die alle laufen: was suchetD 2 ihr?