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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Freundschaftliche

Wir beneiden oft die Freuden derer, de-ren Stand und Glück wir verachten: wirwürden, wie sie, derselben theilhaftig wer-den, und noch in grösserer Maaße, wennwir uns bereden könnten, daß die Arbeiteine Quelle der wahren Freude ist, undvielleicht die gewisseste. Ein müßiges Le-ben muß nothwendig ein trauriges Lebenseyn.

Mein Freund, du lebst in der grossenWelt; du wirst bald erkennen, daß unterallen Menschen keine der langen Weile mehrunterworfen, als die, die nichts thun: siefmd auch die beschwerlichsten. Sie sindsich selbst, den ihrigen, ihren Freunden,und auch denen , die sie nicht kennen, zurLast: man wird müde, sie zu sehen.

Der berühmte Pelisson beschäftigte sichin der Bastille eine Spinne zu zähmen.Man kan nicht wohl sagen, wie viel dieArbeit auf unsern Geist vermag; und wieHe gleichsam das, was leer in ihm ist, er-füllt. Es ist etwas Mechanisches in diesemStücke, dessen Würkungeu so gewiß undso merklich sind, als die Art, auf die siehervorbringt, uns unbekannt ist.

Man glaubt insgemein, die grossen Un-glücke todten den Menschen, es ist viel-nnhr der Müßiggang, der eine Folge da-von ist, und der aus einem niedergeschla-genen