Freundschaftliche
nicht verdienet; weil er uns nur einfältigeMittel vorschreibt.
Die Chren-Stelken.
<S>Je Ehren-Stellen schmeichle« nur un-^ serm Hochmuthe, aber dieser ist man-nigfaltig. Wenn man sich um Ehren be-wirbt, so glaubt man es zum Besten desgemeinen Wesens, oder zur Beförderungseines Haußes zu thun; wir bilden uns ein,wir suchen dieselben aus edleren Absichtenals andere; und wir schätzen uns um soviel glücklicher, wenn wir dieselben erlan-gen.
Die Leidenschaften sind einander unter-worfen; sie überlassen einander Wechsels-weise von Zeit zu Zeit die Ober-Herrschaft.In der Jugend ist es selten, daß die Lüstenicht die Oberhand behalten: alsdenn be-reden wir uns, wir seyen nicht an gewissePflichten gebunden, die doch zu allen Zei-ten verbinden. Dieses ist ein Irrthum,der uns allzusehr schmeichlet, um nicht ge-billiget zu seyn. Junge Leute folgen ihmaus Eigennutze, und die Alten aus Er-kenntlichkeit.
Der Mißbrauch der Wollüste, und dieSchranken, die wir ihnen zu setzen ge-zwungen sind, benehmen denselben bey Zei-ten