Union und Liga.
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hohem Grade gefährlich erscheine; auch sei nicht abzusehen, warumgerade der Kaiser oder sein Nachfolger das Haupt des Bundes seinmüsse; denn, wenn des Kaisers Person und Hoheit allenthalben imReiche jene Autorität genöße, welche nothwendig wäre, die Ordnungaufrecht zu erhalten und die Bedrängten bei ihrem Rechte zu schützen,so würde es überhaupt solcher Liga nicht bedurft haben. DieseGründe fanden um so eher Eingang, als die gewaltthätige Behand-lung, welche sich kurz vorher der Kurfürst von der Pfalz gegen dasHochstift Speyer erlaubt hatte, den geistlichen Fürsten die Gefahrzeigte, welcher sie sich aussetzten, wenn sie ferner abgesondert undwehrlos blieben. Am 30. August unterzeichneten demnach die Kur-fürsten von Mainz, Köln und Trier die Urkunde ihres Beitritteszum katholischen Bunde, fügten aber die Bestimmung bei, daß derKurfürst von Mainz als zweiter Bundes-Oberster den: Herzoge vonBayern an die Seite gesetzt wurde; doch solle dieser Letztere derHaupt-Bundes-Oberste bleiben, und wenn es zur wirklichen Anwen-dung der Bundeshülfe komme, die Direktion ihm allein zustehen.
Aber nicht bloß im Innern des Reiches suchte Maximilian denBund zu verstärken, auch die katholischen Monarchen außer Deutsch-land sollten ihm ihren Beistand leihen. Zwar von Frankreich warin dieser Beziehung nichts zu erwarten; man kannte die Verbindungen,welche Heinrich IV. mit den deutschen Protestanten unterhielt. Andersaber war es mit dem Papste und den italienischen Fürsten und be-sonders mit Spanien, welches der Niederlande wegen sich gerne indie deutschen Händel mischte. Der spanische Botschafter am kaiser-lichen Hofe, Don Balthasar de Zuniga war persönlich in Münchengewesen und hatte Maximilian's große Idee von der Wirksamkeiteines allgemeinen katholischen Bundes mit Eifer ergriffen. Auf seinAnrathen war der berühmte Pater Lorenz von Brindisi aus demKapuzinerorden nach Madrid geschickt, um sich der Beihülfe KönigPhilipp's III. zu versichern. Dieser Kapuziner, welcher sich bereitsin mehreren Sendungen als ausgezeichneter Geschäftsmann erwiesen,hatte am Madrider Hofe mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Manwar allerdings geneigt, die Katholiken Deutschlands zu unterstützen,aber man traute dem Herzoge von Bayern nicht, und hätte gerne dieLeitung des Ganzen in den Händen eines österreichischen Prinzen ge-sehen. Dessen ungeachtet wußte es Lorenz von Brindisi dahin zuzu bringen, daß König Philipp sich zum Proteetor der Liga erklärteund einen monatlichen Beitrag von 45,000 Gulden zusagte, womitzwei Regimenter zu Fuß und eines zu Pferd unterhalten werden