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I. Zeitalter der Kirchentrennung.
Olmütz befand, schwankte keinen Augenblick über die zu ergreifendePartei. Die mährischen Stände bereiteten sich, gemeinsame Sachemit den Böhmen zu machen. Wallenstcin handelte und sprach fürden Kaiser. Als Graf Thurn die Kaiserlichen unter Dampicrre nachOesterreich zurückdrängte, versorgte er das fliehende Heer von Mährenaus mit Proviant und Schießbedarf. Seinen Vettern, die in demböhmischen Heere dienten, ließ er sagen, „er werde sie mit Ruthenfür ihre Dienste belohnen." Die Anführer der Böhmen, Thurn,Fels und Hohenlohe, verklagten ihn wegen seiner feindseligen Ge-sinnung bei den mährischen Direktoren, und forderten dieselben auf,dem Verräthcr die Waffen abzunehmen, und sich selbst an die Böhmenanzuschließen.
Diese Vereinigung kam, ohne daß Wallenstein sie verhindernkonnte, bald darauf zu Stande. Ein allgemeiner mährischer Landtagwurde nach Brünn ausgeschrieben. Wallenstcin legte sich nun mitseinem Ncgimcnte in einen Hinterhalt, um die ständischen Abgeordnetenaufzuheben und dem Kaiser als Rebellen auszuliefern. Allein derAnschlag mißlang. Wallenstcin mußte, von Thurn bedrängt und vonseinen mährischeil Soldaten im Stiche gelassen, die Stadt Olmützräumen, nahm aber die Landeskasse, in der sich 100,000 Reichsthalerbefanden, mit nach Wien zum Kaiser. Jetzt traf ihn ein schwererSchlag. Alle seine Güter in Mähren und Böhmen wurden von derneuen Regierung zu Prag eingezogen, er selbst für einen Landes-verräther erklärt. Indeß erhielt er aus der geretteten Kasse 12,000Thaler angewiesen, um ein neues Reiterregiment zu werben, das erwirklich zusammenbrachte und zum Heere Bucquoi's führte. GuteDienste leistete er der Sache des neuen Kaisers Ferdinand in demGefechte bei Lehn. Auch an der Vertheidigung Wiens gegen diezahlreichen Schaaren Bctlcn Gabor's im November 1619 nahmWallenstein Antheil. In dem böhmischen Feldznge vom Jahre 1620bekleidete er die Stelle eines Generalquartiermcistcrs der vereintenkaiserlichen ligistischcn Truppen, und hatte als solcher für die Bei-schaffung der Lebcnsmittcl zu sorgen. Nach crfolgter Unterdrückungdes böhmischen Aufstandes half er die Feinde vollends aus Schlesieuund Mähren vertreiben.
In dem Zeitraum zwischen 1621 — 1624 geschah es, daß Wallcn-stein jene Gütcrmassc zusammenbrachte, die es ihm möglich machte,Heere auf eigene Kosten anzuwerben, gerade wie 1700 Jahre früherrömische Magnaten zu Ende der Republik.
Die Confiscationen, durch welche der protestantische Adel Böhmens