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I. Zeitalter der Kirchmtrcimung-
Haber in der Stadt waren aber der Meinung, daß der König vonSchweden sich nähere, und sahen mit jedem Augenblicke dem Entsatzeentgegen. Es lag ihnen daher Alles daran, die Belagerer hinzuhalten.In dieser Absicht beschlossen sie, den Trompeter, der am 18. diedrei Schreiben Tilly's übcrbracht hatte, erst am 20. abzufertigen,indem sie glaubten, daß die Feinde bis dahin keinen Sturm unter-nehmen würden.
Aber gerade dieser Tag war es, auf welchen Pappenheim,der im Kriegsrathc die Hanptstimme führte, und auch unter denEinwohnern Verständnisse unterhielt, einen Sturm in Borschlagbrachte; Tilly, der die Stadt zu erhalten wünschte, ging nur ungerndarauf ein. Um die Belagerten sicher zu machen, ließ er am 19.einen Theil des Geschützes aus den Laufgräben abfahren, als wolleer wegen Annäherung der Schweden am folgenden Tage den Rück-zug antreten. Aber beim Ausbruche dieses vcrhängnißvollcn Tagesberief er, anstatt das Zeichen zum Angriff geben zu lassen, nochmalseinen Kricgsrath und stellte die Gefahr vor, bei Hellem Tage zustürmen, in der Erwartung, daß der in die Stadt geschickte Trom-peter noch Vorschläge der Ergebung zurückbringen könne. ZweiStunden wurde gerathschlagt, zu größerm Verderben der unglück-lichen Stadt; denn um fünf Uhr hätten die Stürmenden den Wallnoch von den Bürgern besetzt gefunden, um sieben Uhr lagen dieletzteren ermüdet in den Armen des Schlafes, und schläfrige Söld-ner waren an ihre Stelle getreten. Die Meinung eines italienischenHauptmanncs, daß gerade am hellen Tage ein Sturm am Leichtestengelinge, weil die Belagerten am Wenigsten darauf gefaßt wären,wie auch Maestricht auf solche Weise erstiegen worden sei, gab end-lich den Ausschlag. Auch jetzt noch zögerte Tilly, in der Hoffnung,die Bürger würden die von allen Seiten anrückenden Strcitmassenerblicken und im letzten Augenblicke die Ergebungsfahne aufstecken.Pappenheim aber, in der Bcsorgniß vor abermaligem Gegenbefehl,eilte zu seinen wallonischen Regimentern, die gegen die Bastei ander Neustadt aufmarschirt standen, und ohne die zum Signal bestimm-ten Kanonenschüsse abzuwarten, ließ er von einigen Auserlesenen denWall an einer Stelle ersteigere, wo der Graben trocken lag und dieBrüstung abgängig war. Die schwachbcsctzte Thorwache wurdeniedergemacht und die Pappenheimer befanden sich irr der Stadt,ehe noch auf den drei andern Seiten die Schlachthaufen sich in Be-wegung setzten.
Der Oberst von Falkenberg, der den Angedrungenen entgegen