Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Elend des dreißigjährigen Krieges.

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gewöhnten sich an das Weinland. Ein gleichzeitiger Schwede sagt:„In den liefländischen Kriegen mußten sie oft mit Wasser und ver-schimmeltem groben Brode zur Biersuppe vorliebnehmen. Jetzt machtsich der Finne sein Kallsköl (kalte Schale) in der Sturmhaube ausWein und Semmeln." Im Lager zu Nürnberg, wo Gustav Adolfdie größte Macht während aller seiner Fcldzüge versammelt hatte,ward das Band strenger Kriegszucht noch lockerer, als während derNoth zu Werben. Die heftige Rede des Königs an die versammel-ten Offiziere gibt es zu erkennen. „Ihr Fürsten, Herren und Edle— rief er aus — ihr, die ihr helfet, euer eigen Land zu zerstören,mein Herz erbittert sich, ja meine Eingeweide zittern, da ich dieKlage jetzt höre, daß schwedische Soldaten für unverschämter gehaltenwerden, als selbst jene des Feindes. Allein es sind keine Schweden,es sind die Deutschen selbst, die sich mit diesen Ausschweifungen be-flecken. Hätte ich euch gekannt, ihr Deutschen, daß ihr so wenigLiebe und Treue zu eurem eigenen Lande traget, ich hätte kein Pferdeuretwegen gesattelt, geschweige meine Krone, mein Leben für eucheingesetzt." Als Gustav Adolf im zweiten Jahre nach seiner Landungin die Stadt Erfurt einzog, gab er den Bewohnern die Erlaubniß,solche Gesellen, die entweder der gemeinen Stadt oder einem ehr-lichen Mann den Hausfrieden brechen oder Unfug anrichten, ohneJemandes Einreden mit rechtlicher Strafe zu belegen; sie sollen nichtfürchten, ihn hiedurch zu erzürnen; er werde ihnen dankbar seinund sie gegen Jedermann vertreten. Er gibt es in ihre Hand, Schafeoder Wölfe zu haben, je nachdem sie sich die Bestrafung des Bösenangelegen sein, oder sich einschränken, überschnarchen und den Uebel-thätern ihre Streiche hingehen lassen. Wie furchtbar mußte die Dis-ciplin gesunken sein, um Gustav Adolf zu einer solchen Erlaubnißzu bringen. Von da an wurde die Disciplin des schwedischen Heersim dreißigjährigen Kriege nie wieder hergestellt. Die Verwilderungnahm immer zu und die Schweden haben in Deutschland wenigstenseben so viel Gräucl vollbracht, als die Kaiserlichen. Die scheußlicheErfindung, Mistjauche einzugießeu und so das Geständnis; verborgenerSchätze zu erzwingen, hat unter der Benennung Schwedentruukdie Erinnerung an die Erfinder dieser Tortur bis in unsere Zeit er-halten. Ueber die Verwüstung Bayerns durch die Schweden sagtein neuerer Geschichtschreiber: „Meine Hand weigert sich, die Gräuelnicderzuzeichncn, welche den Namen der Schweden zum Fluch imMund des deutschen Volkes verwandelt haben. Es ist gut, daß derNachwelt das Gräßlichste verschwiegen bleibt, damit ihre Bösewichter

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