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III. Zeitalter Friedrich's des Großen.
mark das Schicksal des Landes bestimmten, eine absolut-monarchischeGewalt setzen, und anderes Theils jenen Theorien und Ideen Geltungverschaffen, welche von Frankreich aus der Welt als das Evangeliumeiner neuen Zeit verkündigt wurden. Er hätte, um einer solchenAufgabe gewachsen zu sein, die Energie, die Menschenkenntnis;, denScharfblick und die kalte Besonnenheit eines Richelieu besitzen müssen,aber ihm fehlten alle diese Eigenschaften. Er besaß nur alltäglicheKlugheit, handelte auf unbegreifliche Weise unvorsichtig und übereilt,und verlor im entscheidenden Augenblicke Besinnung und Muth.Bloß vou Eitelkeit lind Herrschsucht geleitet, brachte er in seinereformirende Thätigkeit nicht einmal einen bestimmten Plan undZusammenhang. Noch weniger nahm er auf die Zweckmäßigkeit der-selben, auf die Volksreligion der Dänen und auf ihren bekanntlichsehr empfindlichen und besonders gegen die Deutschen erbittertenNationalgeist Rücksicht. Sogar bei der Wahl der Männer, dieer zn Rathe zog und in höhere Stellen brachte, verfuhr Struensceohne Einsicht und Klugheit.
Die Verordnungen, welche er während der kurzen Zeit seinerrcformirenden Thätigkeit (vom September 1770 bis zum Januar 1772)erlassen hat, betrugen der Zahl nach nicht weniger als sechshundert.Sie erstreckten sich auf alle möglichen Verhältnisse des Staates undsogar der Gemeinden. Struensee führte z. B., was ihm selbst nachherverderblich geworden ist, die Prcßfreihcit ein, erweiterte die Toleranz,schaffte den Titelunfug ab, verringerte die Zahl der Feiertage,gestaltete alle Behörden um, hob die Anwartschaften auf Aemter,so wie die Versorgung von Angehörigen und Klienten, die öffentlichenStellen auf, verbesserte die Polizei und setzte an die Stelle desMagistrats von Kopenhagen, welcher bis dahin aus einer bürgerlichenAristokratie bestanden hatte, eine von der Regierung abhängigeGemeiudebehörde. Er resormirte ferner die Finanzvcrwaltung,beschränkte die Ausgaben des Hofes, und verminderte die Beamtcn-Gehalte, obgleich er selbst für das wahrhaft fürstliche Leben, das erführte, große Summen verschwendete. Er schaffte die Frohndengrößtentheils ab und bereitete dadurch die später erfolgte Aufhebungder Leibeigenschaft vor. Er ersetzte die alte llniversitätseinrichtungdurch eine ganze neue, gestaltete das Seewesen völlig um, und ändertezum bleibenden Vortheile des Landes die ganze Justizverfassung,führte Gleichheit vor dem Gesetze und bei der Besteuerung ein, ver-besserte die Armenpflege, sorgte sogar für die Reinhaltung, Beleuch-tung und Nnmerirung der Straßen von Kopenhagen n. dergl. m.