Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Untergang der Gironde.

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aussetzte, zurücknähme, daß alle municipalen Autoritäten von Parisauf der Stelle abgesetzt, und die Anstifter der Jnsurrection geächtetwerden sollten. Es lag in dem Widerstände dieses einzigen Mannesgegen die Drohungen und den Ungestüm so Vieler etwas wahrhaftGroßes und Ergreifendes. Es gehörte dazu nicht nur ein unge-t wohnlicher Muth, sondern auch eine seltene Geistesgegenwart. Ob-gleich der Convent nicht die Kraft besaß, auf Lanjuinais' Vorstellungeneinzugehen, so wurde er doch von dem Beispiele seiner Unerschrocken-heit bewogen, die Petitionen der Sectionen zurückzuweisen, und zurTagesordnung überzugehen.

Der Tumult nahm unterdessen zu, und der bewaffnete Pöbelumringte den Sitz des Convents in immer zahlreicheren Hausen.Unaufhörlich erscholl der Ruf: „Tod den Zweiundzwanzig! Die Zwci-undzwanzig außer dem Gesetz!" — Zwei Stunden lang wurde jedeBerathung durch diesen wilden Lärm unmöglich gemacht. MancheDeputirte, die betäubt und erschrocken den Saal verlassen wollten,wurden von dem Volke wieder in die Versammlung zurückgeworfen.Barrore bestieg endlich die Tribüne. Er glaubte einen Ausweg ge-funden zu haben, der eine scheinbare Unabhängigkeit des Conventsmit den Forderungen und Drohungen der Menge ausgleichen sollte.Er verlangte in heuchlerisch sanften Ausdrücken, wie es seine Artwar, daß die angeklagten Deputirten, die vielleicht schuldlos wären,aber das Vertrauen des Volkes verloren hätten, freiwillig in eineSuspension ihrer Vollmachten willigen sollten. Obgleich dieser Aus-druck der Suspension milder als der der Prvseriptivn erschien, dendie Petitionäre und das Volk brauchten, so konnten sich die Giron-disten über dessen Sinn nicht täuschen.

Einige Mitglieder der rechten Seite benutzten Barröre's Vor-schlag, und boten ihre Entlassung wirklich an. Es schien ihnen dießdas einzige Mittel der Rettung zu sein uud war es in der Thatfür den Augenblick, schwächte aber ihre Partei, die vor Allem sichauf keine Weise hätte trennen sollen. Barbaroux und Lanjuinaisweigerten sich ausdrücklich, diesem Beispiele zu folgen, andere be-harrten stillschweigend in ihrer Stellung. Lanjuinais erhob sichabermals und verlangte in den nachdrücklichsten Worten die Ent-setzung der hauptstädtischen Behörden und die Bestrafung der Auf-wiegler. Legendre und Chabot stürzten auf die Tribüne, umLanjuinais herabzureißen, und stießen und schlugen ihn dabei. DieVertreter eines Landes von fünfundzwanzig Millionen Menschen,wo seit hundert Zähren von nichts als Gesittung, Anstand, Form u. s. w.