Napoleon Bonaparte. Z41
rief er, mit der Faust drohend: „Der Korse nimmt es mit vier Fran-zosen auf, aber es sind Zehn gegen Einen gewesen."
Bald kam er in die von Priestern geleitete Militärschule nachBrienne (April 1779), wo Bonrienne sein Mitschüler und Pichegrn,damals noch Geistlicher, Lehrer war. Dort trieb er besonders Ma-thematik und Geschichte. Plutarch's Helden waren auch die seinigen.Sonst zog er sich auch hier zurück, denn er haßte die Franzosen. Alser wegen eines Versehens kniecnd an der Schwelle des Refektoriumsessen sollte, bekam er Ncrvenzufälle, und erhielt die Strafe erlassen.Einen Knaben, der auf seinen Vater schimpfte, forderte er; dafürbekam er Arrest. Doch mochte er selbst dem Vater nicht verzeihen,daß er zur Unterwerfung der Insel die Hand geboten. Er hättelieber sterben sollen. Es eristirt noch ein Zeugniß über ihn aus jenerZeit, in dem seine Fortschritte und Eigenschaften geschildert werden:„Korse von Geburt und Charakter; ein eigener, junger Mensch, eifrigim Studiren, die Arbeit dem Vergnügen vorziehend, ein Freundwichtiger und ernster Lectüre, den exakten Wissenschaften ergeben,weniger den andern Fächern, stark in der Mathematik, ein guterGeograph; verschlossen, die Einsamkeit suchend, seltsam, geringschätzig,den Egoismus und den Eigensinn bis zum Uebcrmaaß treibend,schweigsam, kalt, lakonisch, hart im Antworten und schwierig imUmgänge, von großer Eigenliebe, ehrgeizig, eifersüchtig und voll Hoff-nungen. Dieser junge Mensch ist zu begünstigen nnd zn überwachen."
Am 17. Oktober 1784 kam er in die Militärschule zu Paris.Auch ein dortiges Zeugniß sagt: „Korse von Geburt und Cha-rakter wird er weit gehen, wenn die Umstände ihn begünstigen."Seine schriftlichen Arbeiten nannte Domairon „Granit vom Vulkanerhitzt." Er lernte aber nie orthographisch und kalligraphisch schrei-ben, auch nie tanzen. Aber er übergab eine Denkschrift über dieMängel des Institutes. Nach seiner Meinung wurden die Eleven,die alle reicher waren wie er und tüchtig bankettirten, zu üppig,zu wenig dem künftigen Berufe angemessen erzogen.
Schon im September 1785, 16 jährig, wurde er Untcrlieutenant imArtillericregimcnt Valencc zu Grcnoble. Dort scheint ihn, den äußerlichnoch ziemlich rohen aber geistig reichen Jüngling,* die Frau vonColombier zu einem liebenswürdigen Gesellschafter zugestutzt, er selbstaber für die Tochter Liebe empfunden zu haben. Er lebte übrigensganz der Mathematik, Fortification nnd der Geschichte. Er schrieban einer Historie Korsika's, die Raynal und Mirabcan lobten undbearbeitete 1786 die Preisaufgabe der Akademie: „Welches sind die