Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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IV. Zeitalter der Revolution.

Die Bischöfe hatten das Bs Oenm für die Gewaltthaten seiner Raub-politik zu singen, durch die er frevelnd die Gerichte Gottes herausrief.Als er dem Papst die Legationen entriß, sagt das Rennionsdeeret,er habe einen Theil der Schenkung zurückgenommen, die „Charlemagne,Kaiser der Franzosen, König von Italien, sein glorreicher Vorgänger,"dem heiligen Stuhle gemacht; aber mit diesem ersten Raub nicht zu-frieden, verwandelte er durch ein anderes „Decret" den Kirchenstaatin zwei Departements. Und während der Prvtector der Kirche dieBischöfe seines Reiches zum Konzil versammelte, schmachtete dasOberhaupt der Kirche in dem Kerker von Fontainebleau. Er ernannteBischöfe wie Präfekten, ohne sich um den Papst zu kümmern. Sowar es um die Kirche bestellt. Sie diente der Polizei und wurdevon der Polizei überwacht. Mit der religiösen Freiheit war es alsowie mit den bürgerlichen Freiheiten: der Freiheit der Person, derFreiheit der Familie, der Gemeinde, der Provinz und jeder Corporation,welchen Namen sie immer haben mochte. Alles ging in der Centra-lisation auf, und diese ruhte noch immer auf dem alten Nevolutions-Grundsatz: „In I»i est ntlies." Die Ehe entbehrte gleich dem Sonn-tage der Heiligung; die väterliche Gewalt fand keinen genügendenSchutz in dem Gesetze; das Band der Familie war lose und locker.

So bezog sich Alles in diesem Reiche nur auf den Einen; Allesdiente nur ihm, eine große Maschine, die er mit dem Drucke desFingers in Bewegung setzte. Wozu aber verwendete er diese centra-lisirte Kraft? Etwa um die Früchte des Friedens und der Ordnungzu schützen und zu retten? O nein! — um mit Feuer und Schwertdie Ordnung von einem Ende Europa's bis zum andern über denHaufen zu werfen, und jedes alte Recht zu vernichten.

Die Fürsten hatten gehofft, er werde die Autorität neu begrün-den und monarchische Sitten und Gewohnheiten zurückführen, undbald war kein legitimer Thron in Europa mehr, den er nicht umge-stürzt oder erschüttert hätte. Es bedurfte ja nur eines seiner Decrete,und eine Dynastie hatte aufgehört zu regieren, ein Volk war in einDepartement seines Reiches verwandelt unter dem Joche seiner Be-amten und seiner Gesetze, fort und fort ausgesogen durch seine Er-pressungen, und geschleppt auf die Schlachtfelder seines Ehrgeizes.

„In seinen Beziehungen zu den andern Nationen" — so schildertihn ein Zeitgenosse, ein Franzose — „erkannte er nichts, als das Rechtder Gewalt, keinen Schiedsrichter, als den Ausgang der Schlachten.Die Ehrlichkeit hielt er in großen Staatssachen für ein Hinderniß,Aufrichtigkeit für ciue Unklugheit, Edclmuth für eiue Thorheit, trügend