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Reichsgebiet, und dieser, ein besonderer Feind der Katholiken,bewilligte ihnen dieselbe unter der Bedingung des völligenUebertritts zum Arianismus. * Sie gingen darauf ein und»erhielten Erlaubniß, mit Weib und Kind über die Do-nau zu setzen, um in Mösien (auf der Südseite derDonau an der Westküste des schwarzen Meeres) neueWohnsitze einzunehmen. Wider die Uebereinkunft bliebensie, durch die Bestechlichkeit der römischen Beamten, imBesitze ihrer Waffen, und da sie bald durch die Habgierund Härte der Statthalter und durch eine künstlich erzeugteHungersnoth aufs Aeußerste gebracht wurden, griffen sieunter ihrem streitbaren Herzog Fridigern zu dem ge-wohnten Schwerte, stürmten die Stadt Marcianopel,(im Innern Mösiens unweit des schwarzen Meeres), schlu-gen die römischen Legionen und durchzogen raubend undverwüstend ganz Thracien (südlich von Mösien, vomschwarzen Meer, dem Hellespont und dem ägäischen Meerumspült, die Provinz, in welcher Constantinopel liegt).Da rückte Balens eilig gegen die Feinde, verlor aber inder mörderischen Schlacht von Adrianopel 378trotz der Tapferkeit seines Fußvolkes den Sieg und auf derFlucht in einer brennenden Hütte das Leben. Mit ent-fesselter Wuth durchstreiften jetzt die Sieger das wehrloseLand bis zu den julischen Alpen und bedrohten sogar dieGrenzen von Italien. In solcher Noth ernannte Gratian,der erstgeborene Sohn des kraftvollen, aber harten Ba-
* Ich werde im letzten Theile meines Werkes diesem noch nichtganz aufgehellten Gegenstände, dem Christenthum bei den Gothen undihren germanischen Nachbarvölkern, einen eigenen Abschnittt widmen,und kann deßhalb den Leser in Betreff dieses Punktes vorderhand nurauf den Schluß des Werkes, die Geschichte der organischen Ent-wicklung der deutschen Kirche, verweisen.