rich II. — das Blatt hatte sich gewendet, der Schützlingsich zum Schirmvogt emporgeschwungen — einen gewissenFlavius Avitus aus den erledigten Thron. Allein dersuevische Heerkönig Richmar oder Ricimer, ein blut-triefender Mensch, aber verschmitzt und tapfer, zwang den-selben zur Entsagung und regierte unter dem für denReichsverwalter in Gebrauch gekommenen Titel Patri-ciers eine Zeitlang ohne Imperator oder Kaiser, be-kleidete jedoch später einen Freund, den Heermeister (wn-Aister militum) Julian Majorian, wieder mit demPurpur, ließ ihn aber, weil er mehr Thatkraft entwickelte,als er sollte, 46 t erwürgen und setzte einen gewissenLybius Severus an seine Stelle. Dieser starb 465,und nun regierte R i ch m a r wieder zwei Jahre lang ohneSchattenkaiser oder Kaiserschatten. Da sah er sich genöthigt,die Hülfe des morgenländischen gleiches gegen die Dan-dalen in Sicilien anzurufen. Um sie zu erlangen, ließ ersich vom byzantinischen Hofe wieder einen Kaiser beigeben,in der Person eines gewissen Anthemius, räumte ihnaber 472 wieder aus dem Wege und setzte einen gewissenOlybrius an seine Stelle. Doch noch in demselben Jahrewurde er und der neue Kaiser durch eine Seuche wegge-rafft, und Richmar's Neffe, der Burgunderfürst Gundo-bald, der nun an die Spitze der Reichsverwaltung trat,erhob einen gewissen Glycerius auf den Thron, derbyzantinische Hof aber stellte demselben seinen Heerbefehls-haber in Dalmatien, Julius Nepos (474), entgegen,und Glycerius trat diesem die Krone ab. Gundobaldkehrte in die Heimat zurück, und Nepos ernannte denKronfeldherrn Orestes, einen gebornen Römer aus Pan-nonien, der früher Geheimschreiber des HunnenkönigsAttila gewesen und nach dem Falle des Hunnenreiches
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