Band 
Erster Theil.
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Welt allmälig dahinstarb, oder, um mich meiner frühernAusdrucksweise zu bedienen, daß ihr Todeskampf nicht inden Tod, sondern in ein neuerwachendes Leben endete.Gerechtigkeit war der Grundpfeiler des römischen Staats-wesens, das Wort: »Jedem das Seine«* der Wahl-spruch der Gesetzgebung. Aber die menschliche Natur istin ihrer angestammten Verkehrtheit nur eine Zusammen-setzung von Widersprücken mit sich selbst, trotz diesesWahlspruches machte sich neben demselben das Sprück-wort geltend: »Das größte Recht, das größteUnrecht«.** Kein Volk war gerechter und duldsamergegen fremde Sitten und Gebräuche, namentlich Glaubens-lehren, als das römische, und doch verfolgte es das Chri-stenthum mit der äußersten Wuth. Alle Religionen, die esbei den von ihm besiegten Völkern vorfand, nahm es we-nigstens theilweise in die seinige auf; nur die christlichestieß es voll Haß und Abscheu von sich. Woher dieseräthselhafte Erscheinung? Von dem ersten Grundgesetzedes wahren Glaubens, das der Herr selbst an die Spitzeseiner zehn Gebote stellte: »Ich bin der Herr, deinGott, du sollst keine andern Götter nebenmir haben«. Sobald sie den Gott des Christenthumserkannten, mußten sie allen übrigen Göttern, mußtensie ihrer ganzen Religion, ihrem uralten, angestammtenGlauben, in den sie sich mit all ihrem Thun und Lassen,mit all ihrem Sein und Denken hineingelebt hatten, ent-sagen, mußten sie ihrer ganzen Weltanschauung, mußtensie namentlich ihrem süßen Nichtsthun, ihrem sorg- undgedankenlosen Jn-den-Tag-hineinleben, in das noch der

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