Band 
Erster Theil.
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Ihre Speisen sind sehr einfach; sie leben von Wildbret,Milch und Käse. Gegen den Durst wenden sie nicht die-selbe Mäßigkeit an. Wenn man ihnen gibt, so viel siebegehren, trinken sie, bis sie trunken sind. Dem Würfel-spiele sind sie auch nüchtern so leidenschaftlich ergeben, daßsie, wenn ihnen nichts Anderes mehr geblieben ist, aufden letzten Wurf noch die Freiheil setzen. Verlieren siediese, so begeben sie sich alsbald in die freiwillige Knecht-schaft und lassen sich binden und verkaufen.

»Daß die Völker Germaniens nirgends in Städtenwohnen, ist hinlänglich bekannt; nicht einmal zusammen-gebaute Häuser dulden sie. Abgesondert und zerstreut sie-deln sie sich an, wie ein Quell, eine Flur, ein Gehölzeinladet. Die Dörfer legen sie nicht nach römischer Weiseaus verbundenen und zusammenhängenden Gebäuden an.Jeder umgibt sein Haus mit einem Hofraume. Nicht ein-mal Bruchsteine oder Ziegel sind bei ihnen im Gebrauch;sie nehmen zu Allem unförmlichen Baustoff, ohne Ansehenund Anmuth. Sie Pflegen auch unterirdische Höhlen aus-zugeben, die sie oben dick mit Dünger belegen, als Zu-fluchtsstätten für den Winter, und Behältnisse für dieFeldfrüchte. Die allgemeine Tracht ist ein Rock, mit einerSpange, oder in deren Ermanglung mit einem Dorn zu-sammengehalten; im Uebrigen liegen sie unbedeckt Tagelang am Herd und am Feuer. Die weibliche Tracht istvon der männlichen nicht unterschieden, nur daß die Wei-ber sich häufiger in leinene Gewänder hüllen, die sie mitPurpurstreifen zieren.

»Das Ehebündniß ist strenge, und in keinem Punkteverdienen ihre Sitten mehr Lob, als in diesem. Die Mei-sten begnügen sich mit Einem Weibe. Die Ausstattungbringt nicht das Weib dem Manne, sondern der Mann