Kinder der Well zu vergeben, die man zu willenlosenWerkzeugen gebrauchen konnte. Zu ihnen gehörten Desi-derius, Bischof von Bienne, Leodegarius, Bischofvon Auxerre, Delphinus, Bischof von Lyon. Von demersten dieser drei heiligen Blutzeugen, die den Martertodvon den Händen sich katholisch nennender Christen empfingen,meldet Fredegar's Chronik (V., 24): «Im achten Jahre derHerrschaft Theodorich's (603) ward in Cabillonum (Chalonsan der Saone) eine Synode gehalten, wo auf Brune-childe'ns und des Bischofs Aridius von Lugdonum(Lyon) Betreiben der Bischof Desiderius von Viennaab- und Domnolus in seine Stelle eingesetzt, Deside-rius aber aus eine Insel verbannt wurde", und weiterunten (32): „Im Jahre 607 ließ Theodorich, dem ruch-losen Rath des Bischofs Aridius von Lugdonum und sei-ner Großmutter Brunechilde folgend, den heiligen Desi-derius bei seiner Rückkehr aus der Verbannung steinigen.Aber an seinem Grabe ließ der Herr von seinem Todestagan fortwährend Wunder geschehen. Darum muß man an-nehmen, daß um dieser schlechten That willen das ReichTheodorich's und seiner Söhne zerstört wurde.« Also selbstBischöfe vereinigten sich zu einem Vertilgungskriege gegenBischöfe, und die schlechten waren der angreifende undobsiegende, die guten der angegriffene und unterliegendeTheil; das Sprüchwort ward auf die Tagesordnung ge-setzt: „die guten sterben, die schlimmen bleiben über.« Wares ein Wunder, wenn die heiligen Glaubensboten in ihrenKlöstern jeder Berührung mit den Bischöfen aus dem Wegegingen, und der Abt selbst den Bischof wenigstens in sei-ner Abtei machte? War es doch, wie wir bei Gelegenheitder Besprechung des Bisthums Constanz (8 16) gesehenhaben, worauf ich deßhalb hier verweise, in ihrem Heimat-
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