Band 
Zweiter Theil.
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Gleich dem Thürhüter des Himmels fühlte er sich vondem Verlangen nach dem Meister aus dem Schiffe getrie-ben; er warf sich in's Wasser, um schneller zu dem gelieb-ten Todten zu gelangen. Der Körper des Heiligen lagbereits im Sarge. Der Bischof wollte ihn sehen. Er öffneteden Schrein und begann also zu jammern: »Wehe, wehe!mein Vater! warum hast du mich aus dem Hause meinerMutter geführt? Nun bin ich völlig verwaist und trost-los; denn mein ganzes Vertrauen ruhte auf dir!« InThränen gebadet lag er lange über dem Leichnam, erglaubte sich nimmer sättigen zu können an seinem Anblicke.Endlich richteten ihn die Priester und die übrigen Um-stehenden auf und ermähnten ihn, daß er statt zu klagenvielmehr für den Verstorbenen zu beten habe. Der Bischofriß sich von der geliebten Leiche los, begab sich mit derGeistlichkeit in die Kirche, und begann, ein feierlichesMeßopfer für den Dahingeschiedenen darzubringen, indeßdie Gemeinde die heilige Handlung mit Psalmengesängenbegleitete.

Nach Beendigung dieses heiligen Geschäftes ergriffman die Kreuzesfahne und was sonst zur Bestattungerforderlich ist und kehrte unter Nachahmung der Gesängedes himmlischen Chores nach dem Hause zurück, in wel-chem der Verstorbene lag, um seinen Körper der Erde zuübergeben. Als aber in Gegenwart des Bischofs und dergesammten Geistlichkeit Vieler Hände den Sarg empor-heben wollten, blieb er nach Gottes Rathschluß unbeweg-lich stehen, wo er stand, keine menschliche Kraft war imStande, ihn von der Stelle zu rücken. Da sprach der Bi-schof: »Nun weiß ich, daß mein Herr, der Erwählte Got-tes, hier nicht bestattet sein will, laßt uns einen Wink desKönigs der Himmel erkunden«. Er gab Befehl, ungezähmte

ErnMr. d, CbristentbumS, U. 20