Band 
Sechster Theil.
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Als Ausseher und Lehrer einer Pflanzschule jun-ger Geistlicher ertheilte er nicht nur selbst in bestimmtenStunden, am Morgen jedes Tages, Unterricht in der heiligenSchrift und den Werken der Kirchenvater, sowiebesonders in derrechten Art, das Christenthum unter den ehmaligen Heidenzu verkündigen und zu befestigen; sondern er wußte auchseine Zöglinge, deren er immer einige auf seine Berufs-reisen mitnahm, dergestalt praktisch einzuüben, daß vielesebr würdige Priester und selbst verdienstvolle Bischöfeaus ihrer Mitte hervorgingen. Auch als Abt oder Vaterdes von ihm gestifteten Klosters war er sorgfältig daraufbedacht, selbiges so zu stellen und einzurichten, daß esseine Wirksamkeit u. a. auch namentlich durch Töchier-anstalten, wie deren in der Folgezeit, eine solche insbe-sondere zu Helmstedt im Lande der Ostphalen errichtetwurde, * immer weiter und Weiler ausbreiten konnte. Er

* „Nach der üblichen Ansicht bat Liudger, noch ehe er (als ge-weihter Bischof) den Stuhl von Münster bestieg, Karl den Großenbei seinen Sachsenkriegen mehrfach nach Ostfalen begleitet, haupt-sächlich die Taufe an der Ocker und am Elm geleitet; ein klarerlieblicher Quell an der Ostseite der Stadt Helmstädl, der aus einemtiefen Tandlager hervorsprudelt, trägt noch jetzt den Namen Liudger-guell oder heiliger Born, und wird von der Umgegend als derOrt bezeichnet, wo jener Apostel die Ostfalen zur Taufe versammelte(weßwegen der 1840 gestiftete Liudzerverein jener Stelle durch Errich-tung eines eisernen Kreuzes ein würdiges Andenken gesetzt bat). DieGruft unter der Johanniskapelle auf dem innern Friedbofe soll die ersteAnlage eines Bethauses zu Sr. Peter, ebenso die Gruft unter der Kloster-kirche, der heiligen Felicitas geweiht, eine Anlage von St. Liudger selbstenthalten. Dort soll derselbe denn auch das nach ibm genannte Klostergegründet haben, wofür als Beweis die enge Verbindung mit Liudger'sfränkischer Stiftung an der Ruhr, Werden, aufgeführt wird, indembeide Kloster später unter demselben Abt nur ein Capitel bildeten. Vondem Allem aber weiß di« zeitgenössische Geschichtschreibung nichts.