Band 
Sechster Theil.
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unsers Herrn Jesu Christi und des heiligen VekennersBenedikt und verlieh demselben viele Güter und Gerecht-same. Und seine Gemahlin that deßgleichen und stiftetein der Stadt Brixia ein anderes Kloster und begabte esmit Landgütern, Wiesen, Mühlen, Quellen, und mitHörigen und Leibeigenen in den Bisthümern Brixia, Cre-mona, Placentia (Piacenza) und Regium (Reggio) undmit vielen Schätzen und Kostbarkeiten, wie es einer Köni-gin der Longobarden geziemte.

Desiderius also, wie er König war, konnte nichtmehr, wie er wollte. Die Könige find oft am wenigstenihre eigenen Herrn. Er mußte, wie seine Großen wollten.Die aber wollten, wie Aistulf gethan hatte, der wildeJäger, der Verfolger der Kirche. Und im Bösen ist derMensch gar gelehrig und bringt es unter der Anleitungdes Fürsten dieser Welt schnell zur Meisterschaft. Desi-derius trug noch nicht lange das Diadem, so fing er an,den Stuhl Petri ärger zu bedrängen, denn ihn die Schlimm-sten seiner Vorfahren bedrängt hatten, auf daß die Rededes Volks erfüllt würde: »selten kommt was Besseresnach.« Die Longobarden hatten, wie sich der Leser er-innert, schon in früherer Zeit dem Bischöfe von Romeine Menge Städte weggenommen, Pipin aber, derFrankenkönig, der Vater Karl's des Großen, sie ge-waltig dafür gezüchtigt und zum Versprechen der Heraus-gabe dieses Raubes gezwungen. Aber sobald ihnen diefränkischen Heere den Rücken wandten, da hieß es jedes-nral: »aus den Augen, aus dem Sinn,« und was sieetwa herausgegeben, so lange ihnen dieselben auf demNacken saßen, das rissen sie wieder an sich, wenn sie ihnenwieder aus dem Gesichte waren, und sie begnügten sichdann nicht mit dem Alten, sie nahmen immer auch Neues