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Desiderius sah sich wiederum dem Ziele seinerWünsche nahe. Der Handstreich auf Rom war ihm zwarmißlungen, aber er hatte den heiligen Vater seiner bestenStützen beraubt. Christoph starb an seinen Wunden,Sergius wurde in einen finstern Kerker geworfen und,als seine Unschuld endlich an den Tag zu kommen drohte,von den schändlichen Berräthern aus demselben heraus-gerissen und ermordet, Paulus aber, der päpstlicheKämmerer, des Langobarden Werkzeug, wußte sich in derGunst Stephan's IV. zu behaupten. Dem aber begannes endlich doch auch nach und nach von den Augen zufallen, wie Schuppen. Er schrieb nach einiger Zeil an dieköniglichen Brüder, die das Frankenreich beherrschten:»Ihr habt Uns versprochen, daß Ihr jederzeit mit Eurerganzen Macht werdet einstehen für die Gerechtsame desheiligen Petrus, wie Euer seliger Vater dem Fürsten derApostel gelobt hat. Wir beschwören Euch nun bei demTage des jüngsten Gerichtes, und der heilige Petrus selbstermähnt Euch durch Uns, der heiligen Kirche unverzüg-lich zu ihrem Rechte zu verhelfen. Sollte Euch aber Je-mand sagen, die Langobarden hätten ihre Verpflichtungengegen den heiligen Petrus erfüllt, so schenket ihm nichtden allergeringsten Glauben.« Und immer klarer wurdees dem Papste, daß er von dem Langobarden aus dieschändlichste Weise hintergangen und mißbraucht wordenwar, und immer fester klammerte er sich an die Franken-könige. Aber hier traf er nun unerwarteter Weise mireinem Nebenbuhler zusammen. Wie Desiderius sah,daß der Boden, den er gewonnen zu haben glaubte, zuweichen begann und das Schwert, das er so lange vonsich fern zu halten gewußt hatte, nun endlich doch nochüber ihn zu kommen drohte, warf er den Anker nach einer