Band 
Sechster Theil.
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gelangt, denselben mit seinem Erzbisthume und mit derganzen von ihm gegründeten deutschen Kirche unter seine,des Reichsoberhauptes, ausschließliche Oberhoheit. Boni-facius sah sich um die Frucht seiner Aussaat betrogenund ging in den Tod, um den Baum, den er gepflanzthatte, und der nun von seiner Wurzel abgeschnitten ver-dorren sollte, mit seinem Blute zu düngen, daß er da-durch vielleicht noch am Leben erhalten würde.

Und er wurde am Leben erhalten dieser Baum desLebens, Pipin hütete sich vor dem Mißbrauche seinerneuen Stellung, und that, was immer in seinen Kräftenstand, den Baum nicht verdorren zu lassen. Gleich aufdem nächsten allgemeinen Reichstage nach seiner Salbungdurch die Hand des Papstes, demselben, auf welchem seinerster Zug gegen Aistuls beschlossen wurde, aus seiner PfalzBcrnacum, brachte er den auf der vorhergehenden Herbst-versammlung von den Bischöfen seines Reiches abgefaßtenund nun wieder in eigener Curie neuerdings berathenenEntwurf einer verbesserten und verschärften Kirchenordnungein, die hauptsächlich auf strengere und allgemeinere Durch-führung der bischöflichen Herrschaft und Zucht, sowie ins-besondere auch auf genaue Reglung des Synodalwesenszielte und namentlich den beiden Reichstagen des Jahreszwei besondere Kirchentage, den einen im Frühjahre fürsämmtliche Bischöfe, also auch die Erzbischöfe des Reiches,an einem vom Könige zu bestimmenden Orte, den andernim Spätjahre für die Erzbischöse oder Metropoliten allein,jedoch mit Einschluß anderer von diesen besonders berufenerGeistlichen, in der Regel zu Soissons, oder an dem vomvorhergehenden Frühlingskirchentage festgesetzten Orte, zurDorberathung der am folgenden Reichstage zur Sprachekommenden Kirchenfragen an die Seite gestellt. Dieser