269
Kampfe vom Schlachtfelde zurück nach Paderborn, um alldaerst Verstärkung aus dem Frankenlande abzuwarten. Aberauch die Sachsen machten eine rückgängige Bewegung, nachder Hase, und zogen dort ihre letzten Kräfte vollends an sich.Die erwartete Verstärkung traf nach Verfluß eines Mo-nates ein, und nun rückte Karl wieder auf den Feind losund forderte ihn von Neuem heraus zur offenen Feld-schlacht. Die göttliche Weltordnung entschied dieselbe fürihn. Eine zahllose Menge von den Sachsen blieb todt aufdem Platze oder siel in Gefangenschaft, und wehrlos lagdas ganze Land dem Unüberwindlichen offen, und er tratwieder eine Rundfahrt durch dasselbe an, furchte aber dies-mal seinen ganzen Weg, von der Hase über die Weserbis an die Elbe und von da wieder zurück bis an dieRheingrenze durch Feuer und Schwert zur Wüste. Erschien fein Wort lösen, er schien das Sachsenvolk aus-rotten zu wollen. Und doch hatte soeben erst der Tod einemahnende Einkehr in seinem eigenen Hause genommen.Seine ihm so theure Gemahlin, die edle Hildegard,war am letzten des Ostermonats (783) gestorben, undseine hochverehrte Mutter, die fromme Königin MutterBertrada, war ihr am vierten des Heumonates in dielohnende Ewigkeit nachgefolgt. Aber der große König warzu tief in die Geschäfte der Welt verstrickt, um in ihremübertäubenden Kriegslärm noch die Stimme des Herrn zuverstehen, und es ist ein Erfahrungssatz aus den geheim-mßvollen Tiefen des menschlichen Herzens, Laß es derhäusliche Kummer mit Bitterkeit füllt und dadurch zurGrausamkeit hinführt. War es auch dem großen Siegerzuweilen fast, als hätte er durch seine Blutthat an der Allerdie Rache des Himmels, insbesondere den Tod der beidenWesen, die ihm wie liebende und geliebte Schutzengel zur