Band 
Sechster Theil.
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der Untersuchung über die Verbrechen, die man dem Papstezur Last legte, und berief hiezu eine Versammlung vongeistlichen und weltlichen Großen in die Kirche des heiligenPetrus. jDie ganze Stadt strömte dahin, die heiligenRaume vermochten die Menge kaum zu fassen. Der Königals oberster Richter, zur Seite seines Schutzfreundes, desBeklagten, übernahm wie gewöhnlich den Vorsitz und for-derte die Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte sofort zur Verneb-mung der Kläger auf. Da erhoben sich dieselben und spra-chen: »es stehet uns nicht zu, Gericht zu halten in die-ser Sache, der apostolische Stuhl ist zum Richter gesetztüber Alle, aber er selbst kann von Niemanden gerichrctwerden." Es erschien aber auch kein Kläger, und es er-scholl keine Klage. Das hob denn die Untersuchungvon selbst auf, das sprach den Angeschuldigten vonselbst frei. Aber diese Freisprechung konnte weder ihm,noch dem Könige, noch dem Volke genügen. Karl beriefeine zweite Versammlung auf den folgenden Tag. Vorihr reinigte sich Leo durch einen Eid von den Beschuldi-gungen, die man gegen ihn vorgebracht hatte, und allesVolk stimmte den ambrosianischen Lobgesang an, und nunwar Leo erst völlig gerechtfertigt.

Nun kam aber die Reihe auch an seine Widersacher,an die Urheber der Schandthat vom 25. April, und die-ser zweite Theil des großen Rechtshandcls war noch wich-tiger, als der erste. Die Verfolgung Leo's hatte einentiefern Gund, als die Verbrechen und Unsittlichkciten, dieman ihm zur Last legte, und dieser Grund berührte denKönig unmittelbar. Schon in den Tagen der alten Kai-serherrschast, besonders zur Zeit, da diese in den Hän-den der Griechen lag, in welchen ihr Stern, besonders

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Einsühr des ChnsUnthumS VI.