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mandostab eines Lehensherrn, den er alle Gelegenheit hatte,sich zum wohlwollenden Gönner zu machen. Selbst derReiche nahm gern ein Lehen aus den Händen eines nochReichern oder wenigstens Mächtigeren und verpflichtete sichihm, um ihn sich zu verpflichten. Nichts konnte größerenGewinn bringen, als nach der einen Seite hin Lehens-hcrr, nach der andern Lehensmann zu sein.
Unter solchen Verhältnissen mußte das Lehenwesen im-mer mehr um sich greifen und frühzeitig zum Lehenun-wesen umschlagen, des Volkes wie des Königs Gewalt undFreiheit zu verschlingen. Es gab Lehensmannen des Kö-nigs, welche selbst eine zahlreichere Lehensmannschaft be-saßen, als dieser. Dahin gehörte am Lebensabende desmerovingischen Hauses namentlich das Geschlecht der Pi-pine. Es zählte zuletzt so ziemlich den gesammten Adeldes Reiches zu seiner Lehensmannschaft, und hauptsächlichdadurch gelang es ihm mit so geringer Mühe, das Haus-meieramt und nachmals sogar den Thron als Familicn-erbe au sich zu bringen. Der Eintritt in einen Lehensver-band war zwar an die besondere Erlaubniß des Königsgeknüpft. Aber was half das? Es war ein Palliativmittel,und Palliativmittel verlängern nur und verschlimmern dasUebel. Geld regierte schon dazumalen die Welt und wirdsie regieren, so lange sie steht; der wachsende Reichthummachte das Gesetz zum Schattenspiel, er erzwäng die kö-nigliche Erlaubniß und verwandelte das Lehen in Erbbe-sitz, den Erbbesitz in Erbeigenthum. Den merovingischenKönigen blieb zuletzt nur noch das einzige Hofgut Ma-maccä (Maumagues, links der Oise, unweit Noyon).Wenn das karolingische Haus nicht demselben Loose ver-fallen wollte, mußte es zu einem Radikalmittel greifen,mußte es die ganze Reichsordnung von Grund aus um-