Band 
Sechster Theil.
JPEG-Download
 

3?l

er auf Verherrlichung des Gottesdienstes durch Gesang undMusik bedacht. Im Jahre 757 war die erste Orgel, einGeschenk des griechischen Kaisers Konstantin V., nachdem Frankenreiche gekommen und zu Soiffons, dem Lieb-lingssitze König Pipin's, aufgestellt worden. Von jener Zeitan wurde denn auch die Kirchenmusik gepflegt. Karl derGroße besonders wandte ihr seine volle Aufmerksamkeitzu und suchte sie in seinem ganzen Reiche nach dem Mu-ster der römischen herzustellen. Er ließ durch zwei eigensaus Rom berufene Meister die beiden Gesangschulen zuSoiffons und Metz zu Mustcrschulen für seine gesammteReichskirche einrichten und suchte diese selbst in allen Be-ziehungen zur Musterkirche für die ganze Christenheit her-anzubilden, und eben zu diesem Zwecke ließ er sie zunächstbei der römischen Kirche in die Schule gehen. Er hieltdeßhalb auch die Hauptkirche von Rom am höchsten undbeschenkte sie am reichsten. Als ihm Leo III. die Schlüsselzum Grabe des Apostelfürsten übersandte, vergabte er andiese Kirche einen großen Theil der Schätze, welche GrafErich von Friaul bei der Plünderung eines der avarischenRinge erbeutet hatte. Keine Gelegenheit ließ er vorüber-gehen, ohne sie zu einer Schenkung an das Grab oderden Stuhl Petri zu benützen; mit goldenen Ketten fesselteer beide an seinen Thron. Aber alle Kirchen Gottes, allePflanzstätten des Christenthums, alle Anstalten für daszeitliche und ewige Wohl der Völker und des Volkes, alleArmen und Hülssbedürstigen wurden mit freigebigster Handvon ihm unterstützt; und der Großmuth, mit welcher ergab, kam allein die Weisheit und Unparteilichkeit gleich,mit welcher er zu geben wußte.

Für sich selbst war Karl der Große sparsam. Seinefromme Mutter hatte ihn, wie wir gesehen haben, zur

Ginführ des Christenthums. Vl. 21

r